Ich weiß nicht, ob ich meine Freunde angesteckt habe, oder
ob sie einfach das nötige Alter und die damit verbundene nötige Reife erlangen,
aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis steigt die Zahl derer, die mit dem
Sport anfangen.
Und zwar dermaßen schnell, dass ich mit der Beantwortung aller
Fragen, die die Blinden ja bekanntlich gerne dem Einäugigen stellen,
hinterher komme.
Eine der Fragen ist immer wieder die nach dem Material:
"Welche Schläger?"
"Soll ich mir gleich einen Satz kaufen, wenn ja, welchen?"
"Welchen Driver brauche ich?"
"Ist ein 60 Grad Wedge gut?"
Ich rate dann allen immer wieder dasselbe. Am Anfang eher
Leihschläger oder Einsteigersätze spielen, um dann, wenn man wirklich
begeistert spielt und der Schwung etwas etablierter ist, einen richtigen, dann auch gefitteten Satz kaufen.
Aber am Ende ist jeder für sich selbst verantwortlich und
die Shops müssen ja auch von irgendwas leben.
Nur ist jede Investition wirklich gerechtfertigt oder zahlen
zu viele Menschen einfach nur zu viel Geld beim Kauf ihrer Schläger?
Ich kann das nicht beurteilen, will auch hier keine Stellung
beziehen. Außer der, dass jeder sehen muss, was er will und ob er damit
glücklich wird, wenn es der neueste Driver für 400 Euro sein muss, obwohl man
mit dem Alten genauso weit schlagen würde.
Geht es aber wirklich immer nur um
das noch weiter?
Oder hilft ein neuer Schlägersatz/neuer Driver nicht
manchmal einfach auch nur dabei das abhanden gekommene Selbstvertrauen in das eigene Spiel zurück zu erlangen?
Muss man, wenn man
sich den RS 11 Driver kauft, auch 300 Meter weit schlagen können, um den Kauf dieses Drivers sinnvoll zu nennen?
Oder ist es nicht sogar so, dass der 70
jährige, der mit dem Driver nicht weiter schlägt als ein 20 jähriger sein 8er
Eisen, dennoch die richtige Wahl trifft, wenn er sich den RS 11 ins Bag holt?
Einfach nur deshalb, weil er damit ein besseres Gefühl hat? Und
weil er da an der Einstellung so lange rumschrauben kann, bis der Fade den er
leider immer noch spielt, deutlich ausgeglichen wird.
Ich für meinen Teil habe den RS 11 in beiden Fällen im
Einsatz gesehen.
Beim 21 jährigen
Longhiter, dessen Drive 270 Meter Carry schafft und wo der Ball so aussieht, als würde
er nach dem Schlag nochmals beschleunigen.
Und bei dem 73 jährigen, der den RS
11 nur noch 160 Meter (in guten Momenten vllt. 180) weit drivt, sich aber darüber freut. Auch weil der Drive jetzt wieder sicherer kommt. Einem Mann, der mal Hdcp 12 gespielt hat und dem Alter jetzt Tribut zollt, aber sich nicht kampflos geschlagen geben will. undd er sich die 300 Euro und mehr leisten kann und leisten will. und gleich noch das Holz 3 dazu genommen hat und damit auch sehr glücklich ist.
Ich für meinen Teil habe aktuelle die
Erkenntnis gewonnen, dass Technik dem einen Spieler tatsächlich zu mehr Weite verhilft,
während sie dem Nächsten einfach nur mehr Sicherheit und damit ggf. Spaß bietet.
Beides hat aber doch absolut seine Daseinsberechtigung.
Nur, ob ich mir deshalb dennoch einen neuen Driver
hole weiß ich nicht.
Aber wenn, dann nur nach dem entsprechendem Fitting und natürlich in der Hoffnung, dass ich damit 20 Meter weiter bin, als aktuell mit meinem
2 Jahre alten Calloway Diablo. Mindestens.
Andererseits könnte ich aber auch mehr Zeit auf der Driving
Range beim Training mit meinem Driver verbringen und an der Technik feilen und
so vielleicht die entsprechenden Meter rausholen.
Wofür ich mich am Ende
entscheide?
Keine Ahnung.
Wie ich mich kenne, wird es dann wohl doch der neue Driver und
dazu hoffentlich mehr Training, um dann vielleicht sogar 30 Meter rauszuholen.
Nötig
hat mein Spiel diese 30 Meter. Immer.
Nächste Woche geht es dann um die richtige Materialwahl für Anfänger. Wenn es denn die richtige Wahl für Anfänger überhaupt gibt.
Nur Golf bei:
