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Dienstag, 10. April 2012

Immer nur Fisch ist auch Käse - Teil II des Reiseberichts Algarve

Im ersten Teil meines Algarve-Reiseberichts ging es u.a. auch um die ersten zwei Runden die wir auf dem Pinhal Golf Course und dem  Millennium Golf Course spielen durften.
Beides Plätze, die für sich schon so gut waren, dass sie eine Reise lohnen, aber am Mittwoch gab es das Highlight in Sachen Golfplätze.
Und wenn ich Highlight sage, meine ich Highlight.
Wir haben auf dem Victoria Course spielen dürfen.
Ja, dürfen.

Mit Abstand der beste Platz den ich bisher in meinem Golferleben spielen durfte.
Mit weitem Abstand. Auch wenn ich in den 3 Jahren meiner Golfkarriere noch nicht sooo wahnsinnig viele Plätze gespielt habe, bin ich mir sicher, dass es dennoch auf lange Zeit einer der TOP Plätze sein wird, die ich spielen werde.
Doch der Reihe nach.
Ich hatte am dritten Tag das Vergnügen in eine zweier Flight auf dem Victoria zu spielen. Mit Klaus Wördehoff, dem Veranstalter, der unbedingt Matchplay gegen mich spielen wollte, um mir mal zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.
Ich habe mich darauf eingelassen, allerdings nur um 1 Euro pro Loch, nicht wie von Klaus gewünscht um 5 Euro/Loch. Und Longest Drive und Nearest to the Pin habe ich gleich abgewählt, denn das wäre unfair gewesen.
Klaus hat ein Handicap von -18 und damit war mir vorher schon klar, was kommen musste und am Ende auch eintrat.
Dazu aber später, hier geht es erst einmal um den Platz.
Der Victoria Course war 2005 Austragungsort des PGA World Cup und wird 2012 Austragungsort des Portugal Masters sein.
Der Platz ist mit 6.609 m von Championabschlägen nicht besonders lang, dafür aber von Arnold Palmer herausragend schön designt. Das Slope Rating liegt bei 129, von Gelb ist der Platz 6094 Metern lang. Der Platz besticht durch seine Architektur, die wirklich sehr liebevoll an die Landschaft angepasst ist und auch durch Liebe zum Detail besticht.
Die Greens lagen vom Tempo bei 9,5 und waren nicht wesentlich schneller als die auf den anderen Plätzen, doch dafür waren sie noch schwerer onduliert. Die Fairways waren so kurz wie bei uns die Grüns. Unglaublich. Der Platz liegt direkt vor dem Tivoli Hotel und ist bereits jetzt in der Vorbereitung für die Masters, das Rough wird sicherlich noch wachsen und der Platz wird sicherlich noch schwerer, die Grüns noch schneller.

Wir hatten glücklicherweise eine frühe Startzeit (Klaus und ich schlugen um 10 Uhr ab) und haben daher auf der Driving Range nur ein paar wenige Bälle geschlagen und Putten vor der Runde war auch nur 2 Min. angesagt. Aber das war in meinem Falle ein Fehler, denn ich hatte auf der Runde einige drei Putts. Und ich habe auch ein paar kürzere Putts (aus 1 Meter) liegen gelassen. Allerdings lagen die Bälle auch oft zwar Pin high, aber die Brteaks waren sehr schwer zu spielen.
Carts waren im Greenfee enthalten, so dass wir nicht laufen mussten, was generell auf den Plätzen die wir gespielt haben zu empfehlen ist, denn die Wege zwischen den Bahnen waren teilweise schon sehr weit.
Unser erster Abschlag war die 10, ein Dogleg leicht bergab nach rechts. Das sehr wellige Grün, dass wie alle Grüns gut verteidigt wurde lag am See, an dem sich auch die Bahnen 11 bis 13 befinden und es bot sich schon mit dem zweiten Schlag ein herrlicher Anblick. Man spielt diue ersten vier Bahnen quasi am und um den See herum, so dass nicht nur beim Abschlag der 11 das Wasser ins Spiel kam, sondern auch an der 12, einem Par 5. Dort war links permanent Wasser und rechts die Ausgrenze.
Der zweite Schlag durfte nicht zu lang (oder bei Longhittern nicht zu kurz) sein, denn 130 Meter vor dem Grün begrenzte ein Graben das Fairway. Das Grün lag gut versteckt hinter einem Bunker links und Hügeln rechts.
12 Bahn, Par 5, vor dem 3ten Schlag ins Grün
Nachdem mein zweiter also am Graben lag, schlug ich meinen Annäherungsschlag leider links in den langen Bunker, rette aber den Lochgewinn ins Ziel. Um mit 3 auf nach 3 auf die 13, einem Par 3, zu gehen, bei dem das Grün erhöht über dem See lag und ebenfalls von einem mächtigen Bunker links verteidigt wurde. Mit Bogey teilten wir das Loch. Das Highlight, neben der 17 und 18, war sicherlich die 14 (mit dem Namen Double-Fairway), desen Fairway von einem herrlich angelegtem Graben geteilt wurde und bei dem der extreme Gegenwind die Bahn gefühlt zu einem Par 5 machte.
Ein wirklich tolles Loch, an dem man wirklich präzise spielen muss, was mir nicht gelang, da ich meinen zweiten Schlag nicht aufs Grün sondern in den Graben geschossen hatte. Meinen vierten (nach Strafschlag) brachte ich zwar ans Grün, der Ball jedoch rollte in Richtung Teich an der linken Seite, in dem der Graben mündete, blieb aber in den Steinen liegen. Ich habe den Ball tatsächlich aus den Steinen heraus gespielt das Loch habe ich dennoch nicht gewonnen.
Generell sind die Bahnen 10-18 alle am und ums Wasser gebaut. Ausnahme sind die 15 (ein 180 Meter langes Par 3) und 16 (ein 270m kurzes Par 4).
17te Bahn auf Höhe des zweiten Balls
Die 17te Bahn, ein langes Par wurde zur echten Challenge, denn die Fahne stand ganz hinten rechts auf der schmalsten Stelle des Grün, das auch noch von Wasser umgeben ist. Den dritten aus 120 Metern ins Grün zu spielen, war fast unmöglich, da die Grüns sehr schnell waren und die Bälle oft noch einige Meter gerollt sind.Dazu noch der starke Wind.
Ich habe daher den 3ten lieber nur ans Grün links gelegt.
Die 18te Bahn, ein Par 4 endet standesgemäß am Clubhaus, rechter Hand sieht man das Tivoli Hotel, in dem wir gewohnt haben. Das Grün wird auch hier von Wasser geschützt. 
18te Bahn, links das Grün, Rechts das Tivoli Hotel
Die 18 ist ein tolles Abschlussloch eines großartigen Courses.
Und die zweiten 9 werden sicherlich tolle Fernsehbilder bieten, wenn die Pros im Oktober auf dem Platz die Portugal Masters spielen.
Nach 9 Bahnen lag ich 5 Löcher vor, so dass wir unsere zweiten Neun, also die Bahnen 1-9 entspannt golfen konnten, Matchplay war geklärt.
Die Bahnen waren dann das genaue Gegenteil der zweiten 9, die erinnerten mit ihren Wellen, Hügeln und vielen baumfreien Fairways (und dank des Windes) eher an einen Linkskurse. Wasser kam nur an einer Bahn (der 7) ins Spiel. 
5te Bahn, Par 5
Hier waren die Bunker dafür umso größer und wichtiger. Die Grüns waren gefühlt noch mehr ondulierter und schwieriger, so dass sich auch diese Bahnen schwer, aber immer fair spielen ließen.
Nachdem spätestens an der 13 klar war, dass ich das Matchplay gewinnen würde (was ich am Ende auch mit 7 auf tat), haben wir an der 6, einem Par 3 auf den Dreierflight vor uns aufgeschlossen, der sehr langsam unterwegs war. Und irgendwie war da dann auch die Luft raus.
Generell waren die 9 Bahnen auch toll und insgesamt war auch die Mischung ein Grund dafür, dass ich diesen Platz sicherlich länger positiv in Erinnerung behalten werde.
Das ich Klaus im Matchplay mit 7 auf besiegt habe, war dabei nur eine nette Randerscheinung. Es war einfach ein toller Tag, auf einem tollen Platz, mit einem tollen Flightpartner und viel Spaß.
Im November, wenn Klaus Wördehoff und die PGA ihr Abschluss ProAM Turnier dort veranstalten, werden sicherlich nicht nur die Pros ihre wahre Freude an dem Platz haben. Der dann, nach den Portugal Masters im Okt noch deutlich mehr Rough haben soll und damit noch genauer etwas schwerer zu spielen sein dürfte. Zumal das Wetter und der Wind dann noch mehr zum Faktor wird.
Aber wer es sich zeitlich (und monetär) leisten kann, sollte das Angebot unbedingt wahrnehmen, denn diese ProAMs sind so schon toll, aber auf diesem Platz bestimmt ein Highlight für jeden Golfer.

Donnerstag haben wir bei starken Böen den Laguna Course gespielt.
Ein Platz mit viel Wasser, noch mehr Tradition und vielen Vorschusslorbeeren ("..wer weniger als 10 Bälle verliert..."). Aber Wind, Umbauarbeiten und Zustand einiger Bahnen ließen den Platz vom Spaßfaktor deutlich gegenüber den anderen Plätzen abfallen.
Aktuell ist einer der ältesten Plätze der Region eher kein Tipp, ich würde ihn momentan meiden, denn dafür gibt es genügend andere Plätze in unmittelbarer Umgebung, die deutlich besser sind.
Ich habe nur 3 Bälle versenkt. So schwer kann er dann nicht gewesen sein...

Freitag war dann Day-Off, den meine Frau und ich mit Sightseeing und Besuchen von Ponte da Pietade, Lagos und Silves gefüllt haben.
Samstag, zum Abschluss, gab es noch einmal einen Scramble, nochmal war meine Frau am Start und nochmal wurde der Millennium Course gespielt.
Auch beim zweiten Mal ein toller Platz und ein würdiger Abschluss einer tollen Golfreise, die man so bedingungslos weiterempfehlen kann.
Und bevor Fragen aufkommen:
Ja, meine Frau und ich waren wieder in einem Flight.
Und ja, wir wurden wieder Nettosieger, dieses Mal sogar mit einer 77.
Der eine oder andere Golfer in unserem Flight mag enttäuscht darüber gewesen sein, dass es "nur" der Nettosieg wurde, aber meiner Frau und mir hat die Runde auch so sehr viel Spaß gemacht.
Dass ich alle 5 Runden Nettosieger und in zwei der drei Einzelrunden auch Bruttosieger wurde, war sportlich nicht sooo schlecht und zeigt, dass mein Training sich auszahlt.
Allerdings muss und werde ich noch weiter an mir arbeiten, denn warum sollte ich jetzt aufhören?

Fazit:
Tolle Plätze mit sensationellen Grüns, ein tolles Hotel mit einer herausragenden Reiseleitung und vielen netten Eindrücken und tollen Menschen, die man kennen lernen durfte.
Wir hatten viel Spaß und können solche Reisen (organisiert von Klaus und Stefanie) nur bedingungslos weiterempfehlen. Und wer die Chance und das nötige Kleingeld hat: Bucht das ProAM im November. Es wird der Hammer!
Mein Dank gehta aber auch an Christa, Gabriele, Gudrun, Hannelore, Katharina, Marion, Wanda, Eike, Ernst, Klaus, Klaus, Richie und Uli! Ihr wart eine spitzen Truppe und es war toll mit Euch, wir hatten viel Spaß!


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Mittwoch, 4. April 2012

Wo die Tomaten noch nach echten Tomaten schmecken

oder wenn einer eine Golfreise an die Algarve tut…
Meine Frau und ich waren an der Algarve. Eine Woche. Golfreise.
Ich sage es vorweg, die Reise war toll. Und ich habe eine Menge zu erzählen. Über Land, Leute, Reise, Hotel, Organisation und vor allem die Golfplätze, die wir in dieser einen Woche spielen durften. Und ich werde einiges erzählen, schließlich war das meine erste Golfreise. Es ist auch für mich, der schon diverse Gruppenreisen (Incentives) mitmachen durfte, etwas anderes, wenn man eine Woche organisierten Urlaub bucht. Da ist auch immer etwas Gruppendynamik angesagt. Obwohl man vielleicht mehr alleine machen wollen würde. Am Ende ist es jedem freigestellt, wie er sich verhält und was an Gruppenangeboten genutzt wird. Ich denke, wir haben ein gutes Mittel gefunden und wir hatten viel Spaß. Alleine, aber auch mit und in der Gruppe.

Zur Algarve muss man nicht viel sagen denke ich. Was an Bausünden im Tourismusboom Anfang/Mitte der 90er gebaut und fertiggestellt wurde, steht heutzutage immer noch. Es ist im Laufe der Jahre nicht schöner geworden und man hat diese Anlagen weitestgehend als Unterkunft für diejenigen, die in den Tourismuszentren arbeiten, umfunktioniert. Das Land selber hat sich seit unserem letzten Besuch (meine Frau und ich waren ´99 das letzte Mal dort) auch nicht verändert. Und das im positiven (Strand, Wetter, Landschaft) wie im negativen Sinne (Bauten, Städte und wirtschaftlich).
Es ist leider alles nicht wirklich schöner geworden. 
Und dazu tragen dann auch die deutlich in Form und Anzahl überdimensionierten Immobilienanlagen in Vilamoura ihren Anteil zu bei. Ich weiß nicht, wer da alles die Immobilien kaufen soll oder die Anlagen finanziert hat, die jetzt zu geschätzten 80% leer stehen. Ich weiß nur, dass es eindeutig zu viele Immobilien und Leerstände sind. Und das die Preise die dort z. Zt. gefordert werden, das Land auf Schlag sanieren sollen ist ein vllt. noch verständlicher, aber nie erfüllbarer Ansatz zur Lösung der portugisischen Finanzkrise. Die EU Fördermilliarden wurden jedenfalls verbaut und die Preise sind vielleicht nach deutschem Standard angemessen, aber lassen sich niemals amortisieren. Woran Baustill, -ausführungen und -anzahl ihren massgeblichen Anteil zu beitragen.
Uns hat diese künstliche Welt jedenfalls mehr abgeschreckt als erfreut. Aber Geschmack und Anspruch sind relativ.
Echte Hardcoregolfer wird es nicht stören, denn auf 20km2 Fläche findet man dort 10 Golfplätze. Einige sind dabei echte Highlights. Auf einem davon, dem Victoria Golf Course, entworfen von Arnold Palmer, finden dann auch folgerichtig im Oktober die Portugal Masters der European Tour statt.
Begonnen haben wir den Urlaub mit einem Besuch in einem wirklich tollen Restaurant am Strand, in dem es auch das definitiv beste Essen der gesamten Reise gab. Das mag das Wetter und die Lage der Location (Dünenlage) einen entsprechenden Anteil dran haben, aber der Fisch war ein echter Kracher und auch sonst war das ein super Start, zumal die Locations an den Dünen des legendären Vale do Lobo Golfclubs  liegend, wirklich sehr ansprechend lässig war. Wenn es in Portugal überall so aussehen würde...

Abends gab es im Hotel ein Begrüßungsmenü und eine Art Kennenlernrunde samt Auslosung für den Texas Scramble an Golf-Tag 1, dem Montag.
Gewohnt haben wir im Tivoli Hotel das direkt an den Victoria Golf Course angrenzend liegt. Das Hotel ist relativ neu und wird fast nur von Golfern besucht. Was aber wohl für die meisten Immobilien der Gegend gelten dürfte. Insgesamt ein gutes Hotel, dass sich selber im 5 Sterne Bereich sieht und das auch wegen seiner Lage eine klare Buchungsempfehlung von mir bekommt, da man vom Hotel aus, neben dem Victoria Course, auch den Laguna und den Millenium Course zu Fuß erreichen kann.

Organisiert wurde die Reise übrigens von Klaus Wördehoff und seiner Tochter Stefanie von Online Golf Events & Reisen Wördehoff GmbH und wir waren als 14 köpfige Gruppe am Start. 6 Männer und 8 Frauen zzgl. Klaus als Reiseleiter. Das Handicap lag im Durchschnitt bei 24 oder so und die meisten gaben als Ziel der Reise aus: Möglichst viel golfen!
Und das taten wir auch.
5 Runden auf 4 Plätzen.

Wir starteten an Tag 1 auf dem Pinhal Course mit einem Texas Scramble und meiner Frau, die sonst relativ wenig Golft (und wenn, dann bisher eigentlich immer mit mir). Ihr Handicap liegt folgerichtig bei -54, allerdings ist sie besser. Und ihr Drive hat ca. 150-180 Meter Llänge..... Unser Flight wurde am Ende, auch dank dreier Birdies, Netto-Sieger. Brutto haben wir um einen Schlag verpasst (77 zu 78 im Zählspiel).
Für meine Frau war es, bis zum Samstag die erste und letzte Runde, weil sie nämlich ihre schicken neuen Golfschuhe (noch nie eine Runde getragen) trug und am Ende der Runde dermaßen viele Blasen an den Füßen hatte, dass sie heute noch, knapp 10 Tage später davon Spuren mit sich trägt.
Der Platz selber liegt beim Hilton Hotel und ist, wie die meisten Plätze, schon jetzt in einem bemerkenswert gutem Zustand. Dadurch, dass es der erste Platz war, den wir gespielt hatten, war der eine oder andere (mich eingeschlossen) dann doch über die Grüns und deren Ondulierungen und Geschwindigkeiten (offizielle Geschwindigkeit 9) überrascht. Der Platz selber, ein Par 72 mit einer Länge von 6353 m (weiß), 5914 Meter (gelb) und 5206 m von Rot, hat ein Slope Rating von 129 und ist der zweitälteste Platz Vilamouras, gebaut bereits 1976 vom Architekten Frank Pennink.
Typisch für die meisten Plätze: Sie sind umrahmt von Häusern, die bis an die Spielbahnen heran gebaut sind. Bzw. hat man die meisten Plätze quasi zwischen die Häuser gebaut und es sind keine typischen Golfplatzareas, wo es rauf und runter geht, sondern die Bahnen sind wie 8ten angeordnet.
Nach dem Re-Design und Umbau 1985 von Robert Trent Jones Jr. sind die meisten Bahnen inzwischen von den landestypischen Pinien eingerahmt. Die Fairways sind relativ eng, das Rough war noch gerade so spielbar, die Grüns werden häufig sehr gut von Bunkern verteidigt. Ein typisches Beispiel dafür ist die 3te Bahn, ein Par 5 mit 495 Metern von Gelb. Die Bahn ist ein tolles Loch, sehr eng und man muss wirklich gerade und exakt bleiben, wenn man hier eine Chance haben will. Alles in allem ist der Platz aber fair zu spielen und war in einem guten Zustand, so dass all 14 Spieler ihren Spaß gehabt haben, zumal Scramble ja fast immer für gute Balllagen und Positionen sorgte. 

Am Dienstag spielten wir erstmals den Millenium Course, einem PAR 72 mit einer Länge von 6176m (weiß), 5784m (gelb), 4767 Metern in Rot und einem Slope Rating 120. Die ersten 9 Bahnen sind ursprünglich Teil des damals noch 27 Loch umfassenden Laguna Golf Course gewesen, bevor Architekt Martin Hawtree die Bahnen umbaute und zusätzlich neun Bahnen auf der anderen Straßenseite und alle in den Pinienwald hineingearbeitet, hinzugefügt hat.
Der Millenium ist ein toller Platz, da er zwei komplett unterschiedliche Hälften hat. 
Bahn 7, Par 4 in der Abendsonne - Gibt es was schöneres?
Der Lagunateil ist eher offen, während die ersten 9 (die neuen Bahnen) sehr waldig eng und anspruchsvoll sind. Mein Favorit war Bahn 4, ein Par 5 mit 470 Metern von Gelb, ein Dogleg nach Links, dass vom Abschlag aus so eng ist, dass man wirklich nur eine Chance hat, wenn man gerade Driven kann oder lang genug für den Draw ist. Das von hohem Schilf umbaute Wasser am Abschlag ist dabei nur ein optisches Hindernis und kommt nicht ins Spiel. Wenn man nicht, so wie ich, mit seinem Abschlag einen der Äste links trifft und der Ball direkt zurückkommt. ODer wenn der eigene Abschlag die 100 Meter nicht schafft. Der Anblick vom Abschlag aus ist ein Traum. Wie alle Abschläge im Pinienwald. Der Platz als solches ist auch eher ein fairer Course, die Grüns waren ebenfalls sehr schnell (9,5) und stärker onduliert, so dass lange Schläge ins Grün nur schwer zum Halten kamen. 
Die Runde ging am Ende Netto UND Brutto an mich, obwohl ich einige Bahnen eher schlecht gespielt habe. Aber bei meinem Handicap war das am Ende dann doch eher eine rhetorische Frage, wer Netto gewinnen würde.
Brutto hingegen hatte mich schon etwas überrascht.

Abends waren wir Piri-Piri essen, eine landestypische Speise, bei der Hähnchen in eine scharfe Sauce eingelegt werden und dann gegrillt und inkl. Knochen serviert werden. 
Dazu gibt es Pommes und den landestypischen Tomatensalat.
Ich sage es mal so. Scharf war es. Und am Freitag, in Silves, war das Piri-Piri sogar mit Knochen UND Fleisch. Das ist aber eine ganz andere Geschichte. Die Location sah eher aus wie eine Bingo-Halle, Touristen wären sofort wieder gegangen, aber die Turnhalle (So sah es dort wirklich aus) war sehr gut gefüllt, was auch an dem preis von 8 Euro pro Portion liegen mag...

Teil 2 des Reiseberichtes dann demnächst. In dem geht es dann hauptsächlich um den besten, anspruchsvollsten und schönsten Course, den ich bisher in meinem Leben spielen durfte.

Nur Golf bei: