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Donnerstag, 2. Oktober 2014

Warum nur alle zwei Jahre

Normalerweise bin ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eher der einsame Rufer im Wald, wenn ich unter den Nichtgolfern mal wieder „Werbung“ für den Golfsport betreibe. Wenn ich wieder einmal (fast erfolglos) versuche diesen wunderbaren Sport anderen Menschen nahe zu legen. Einmal, alle zwei Jahre brauche ich das nicht, denn da gucken selbst die hartgesottenen Antigolfer. Oder sie interessieren sich zumindest ergebnistechnisch dafür. Aber halt nur eine knappe Woche. Alle zwei Jahre. Aber warum nur alle zwei Jahre?

Montag, 4. März 2013

Die Deutsche Golf Liga



Der DGV bereitet sich auf Olympia vor. Man will, wie die anderen Sportarten im DOSB es seit Jahrzehnten erfolgreich vormachen, massenweise Olympiasieger züchten. Und da Golf ja eine typisch deutsche Sportart ist, zu der die Jugend unseres Landes in Heerscharen strömt, bot sich mit der Aufnahme ins Angebot der Olympischen Spiel 2016 eine Reformänderung an, um die Massen an Sportlern auch ordentlich beurteilen und einteilen zu können. Ach was, sie wurde zwingend notwendig, denn man will ja dem nun sicherlich schlagartig und exorbitant steigenden Medieninteresse gerecht werden.Und hat dafür einen tollen, schlagfertigen Claim entwickelt: Vision Gold->

Montag, 25. Februar 2013

And the winner is...



Es gibt Spieler, die sind aufregend, denen schaut man gerne zu, weil die was ganz besonderes ausstrahlen. Und dann gibt es Spieler, wie Matt Kuchar. Ruhig, bedächtig und fast nie spektakulär. Und ausgerechnet dieser eher langweilige Kuchar gewinnt am Ende die WGC Accenture Matchplay ->

Freitag, 5. Oktober 2012

Immer noch unfassbar - Ryder Cup 2012



Unglaublich. 
Die ganze Golfwelt spricht immer noch davon. Egal wen man fragt, jeder hat die Bilder immer noch vor Augen. Diesen unvergleichlichen Moment, als schier unmögliches möglich wurde. Als Europa wirklich mal eine Einheit und nicht nur ein Lippenbekenntnis von Staatsmännern und –frauen.  Keine Interessengemeinschaft von Schuldnern, sondern eine Masse an Menschen, die über Grenzen hinweg nur eines wollten: 
Den (gemeinsamen) Sieg!

Einen Sieg, der ob der Übermacht des Kontrahenten undenkbar schien.
Einen Sieg, in einer Sportart, die viele sonst eher nur am Rande wahrnahmen. Von denen einige inzwischen sagen, dass sie es auch mal probieren wollen, mit dem Golf. Bei Twitter haben viele der Menschen denen ich folge Ryder Cup geguckt und viele waren geflasht und mit einigen werde ich demnächst, für einige zum ersten Male in ihrem Leben, auf die Range gehen, damit sie auch mal den kleinen weißen Ball schlagen. So sie ihn den treffen.  Und ich bin mir sicher: Treffen sie ihn, werden sie wieder kommen wollen. 
So wie wir alle, die wir inzwischen mit viel Herzblut diesen Sport ausüben, über den viele immer noch sagen, es wäre gar kein Sport....->

Freitag, 24. August 2012

6-4-2-0

Am Wochenende spielen die besten Golfer der Welt auf der US PGA Tour bei den The Barclays  Das ist die gleichzeitig die erste Runde des FedEx Cups, an der die besten 125 Spieler der PGA Tour starten dürfen. Unter anderem starten dort auch Rory McIlroy und Tiger Woods, die um 13.06 an Tee 1 gemeinsam mit Zach Johnson an den Start gehen werden. Ebenfalls am Start im Bethpage State Park in Farmingdale,NY ist die aktuelle Nr. 11 der Europäischen Ryder-Cup Wertung, Ian Poulter.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ich bin ein Weichei

Oder: Wenn eine Truppe Männer ein Wochenende Golfen.
Manchmal haben Kerle ja den Hang zur leichten Selbstüberschätzung. Also im Allgemeinen. Ich ja nicht. Ich bin totaler Realist und schätze Situationen immer gut und richtig ein. Mindestens genauso gut und sicher, wie ich diese 1 Meterputts loche. 
Und so war ich mir auch sehr sicher, dass ich vier Golfrunden in 48 Stunden locker packe. 4 Runden Golf. In 48 Stunden, ja, ihr lest richtig. Ich war letztes Wochenende mit einem Haufen Kumpels golfen. Von Freitag bis Sonntag. 
All you can golfen  and eat.

Freitag, 11. Mai 2012

Matchplay ist anders

Golf ist die Sportart, in der der Sportler für bzw. mit sich selber kämpft.
Das ist eher wie Lucky Luke, der lonesome Cowboy.
Man spielt zwar (meistens) in einem Flight, aber am Ende zählen nur die eigenen Schläge (mit oder ohne Hdcp, Brutto oder Netto) und das eigene Ergebnis.
Sicherlich ist das bei den Pros etwas anders, die sind ja ständig informiert, wo sie gerade auf dem Leaderboard stehen und was noch geht. Darauf hin verändern sie ihre ggf. Taktik. Der Amateur hingegen, insbesondere der Hobbygolfer, hat mit sich selbst schon genug zu tun und selten ein Auge für den Gesamtstand. Er spielt und versucht möglichst viele Stableford-Punkte zu sammeln bzw. im Zählspiel möglichst wenige Schläge zu benötigen.
Das ist beim Matchplay grundsätzlich anders.
Beim Matchplay ist es ann Lucky Luke gegen die Waltons, es geht Mann(Frau) gegen Mann(Frau).

Wer gewinnt am Ende mehr Löcher ist die Frage die sich stellt, wenn man am ersten Tee steht. Auch hier gibt es Brutto- (ohne Hdcp-Vorgaben) und Nettoversionen (Hdcp wird einbezogen). Aber egal man die Vorgaben händelt, es geht Mann gegen Mann.
Egal wie viele Schläge es am Ende sein werden, entscheidend ist es, dass DU weniger Schläge pro Bahn als dein Gegner benötigst.
Und weil das so ist, kommt noch viel mehr Taktik und Psychologie ins Spiel. Das ist dann wie Duell. Wenn die Duellanten aufeinander zu gehen, am Ende bleibt nur einer stehen bzw. der Sieger kommt weiter, der Verlierer ist raus.

Und da das die spannendste, aber zugleich auch übersichtlichste Form des Golfspiels ist, wird der Ryder Cup komplett im Matchplay ausgetragen.Zwei Teams spielen Mann gegen Mann (bzw. Zwei gegen Zwei) gegeneinander.

Ryder Cup 1991, Letzte Bahn: Hale Irwin - Bernhard Langer
Spannender, dramatischer kann kein Zählspiel sein. Auch deswegen würden die Pros vieles geben, einmal Teil des jeweiligen Ryder Cup Teams sein zu dürfen und mehr Matchplay spielen als bisher.

Und auch ich Hobbygolfer liebe das Matchplay.
Das ist nochmal ein besonderer Kick. Wenn man mal eine Bahn total verhackt, ist da halt nur eine Bahn. Nicht gleich die ganze Runde. Man hat 18 Chancen und muss das eigene Spiel dem aktuellen Stand anpassen. Geht man in Führung kann man abwartender spielen (muss man aber nicht). Liegt man hinten, muss man mehr riskieren, vor allem je größer der Rückstand und je weniger Bahnen noch zu spielen sind. Die Situation verändert sich quasi ständig und die Komponente Gegner und Spielstand wird viel wichtiger. Wie gesagt, ich mag das. Sehr. Und so habe ich mich auch dieses Jahr angemeldet, für den President´s Prize im Berliner Golfclub Gatow, wo ich Mitglied bin.

Dienstag hatte ich mein Erstrundenmatch im diesjährigen President´s Cup.
Letztes Jahr bin ich in der ersten Runde mit 1down gegen einen Spieler der Seniorenmannschaft ausgeschieden. Dieses Jahr hatte ich erneut einen Spieler der Seniorenmannschaft als Gegner. Und auch der ist einer dieser Spieler, der immer gerade ist. Immer.

Bei uns ist es so, dass es Termine gibt, bis wann man die jeweilige Matchplay-Runde in Eigenregie geplant absolviert haben muss. Und mein Gegner wollte asap spielen. Was ihm nicht ganz so klar wahr: Mein Handicap ist schlechter als mein Spiel und da ich bisher noch kein vorgabewirksames Turnier gespielt habe, wurden mir auf Grund der Vorgaben 15 Bahnen vor gewährt.

Ermittlung der Matchplay-Vorgabe:
Vorgabendifferenz (also die jeweilige Platzvorgabe) multipliziert mit 3 und das Produkt dividiert durch 4

Also:
Mein Gegner hat Hdcp -11,3 (Platzvorgabe 13), ich habe Hdcp -29,3 (Clubvorgabe 33). Macht eine Differenz von 20, die dann multipliziert mit 0,75 ergibt 15 (Bahnen Vorgabe)

Und es kam was kommen musste. Ich gewann mit einem Bogey die 1te Bahn, spielte das Par an der 2 und ging somit mit 2 up auf die 3 und musste mir da schon ein erstes "Handicapschoner“ anhören. Das sichere Zeichen dafür, dass mein Gegner sehr überrascht war. Die 3 haben wir dann genau wie die 4 und 5 geteilt, nachdem ich meinen Putt aus 1.50 Meter vorbei geschoben hatte, während ich dachte:
"Loch den, dann gehst du mit 3 vor auf die 4, dem komischen Par 3 wo alles passieren kann"
An der 4 kam ich tatsächlich bei der vorne rechts kurz gesteckten Fahne in den Bunker (Der Ball war nur 4 Meter im Flug zu kurz...) und teilte mit Bogey das Loch, weil mein Kontrahent einen Chip und zwei Putts brauchte und somit seine erste Chance liegen ließ An der 5 habe ich dann den 3 Meter Putt zum Bogey und damit zu Teilen gelocht und ihm wohl den letzten Zahn gezogen, denn danach begann mein Lauf.
Die 6 (mit Bogey), 7 (Par) und 8 (Bogey) gewann ich jeweils, um an der 9 meinen ersten meinen ersten echten Fehlschlag zu spielen, als ich meinen Zweiten mit dem Holz 3 (ich lag nach dem Drive viel zu weit links und hatte so noch 180 Meter zur Fahne) nur knapp 15-20 Meter nach vorne brachte.
3D Animation - 9te Bahn BGCG Gatow. Auf dem Grün mein 3ter
Aber immerhin weit genug, damit er seinen zweiten vor mir spielen musste. Er lies sein Holz zu kurz und landete in dem Bunker rechts vor dem Grün. Ich schlug meinen Dritten dann mit dem Holz 3 bis auf 4 Meter an die kurzgesteckte Fahne und spielte Par zum Lochgewinn und lag damit 6 auf nach 9. Spätestens da war alles eigentlich durch und sowohl Körper- als auch persönliche Ansprache "Gegen dich habe ich keine Chance, obwohl ich mein Handicap spiele" waren eindeutige Signale. Oft bluffen die Kontrahenten auch nur und wollen einen in Sicherheit wiegen, denn wenn man nachlässt, kann so ein Spiel sehr schnell doch noch kippen.

Bahn 10 teilten wir, obwohl ich meinen Zweiten viel zu riskant spielte und mein Rescue links ins Aus schlug, weil mir danach zwei sehr, sehr gute Schläge inkl. einer sehr guten Annäherung an die Fahne gelang, während er Fehler machte.
An der 11 gewann ich, als mein zweiter 3 Meter neben der Fahne lag, er aber seinen zweiten in den Bunker schlug und mit zwei Bunkerschläge und einem Chip immer noch weiter weg was als ich. Die 12, ein Par 3 spielten wir beide mit Bogey und teilten das Loch. Damit war bereits nach 12 Bahnen und 7 (Vorsprung) und 6 (zu gehen) das Erstrunden-Matchplay wieder zu Ende.

Das ganze hat knapp 2 Stunden 15 gedauert. Und ich hatte das Glück, früh in Führung zu gehen und dann ganz wenig Fehler zu machen. Und wenn ich mal einen Fehler gemacht habe, konnte er kein Kapital daraus schlagen.
Und natürlich hatte ich einen großen Vorgaben-Vorteil, denn mein Kontrahent spielte zwar (fast) seine Vorgabe, während ich meine aber deutlich unterspielt habe. Aber das muss man erst einmal in den Griff kriegen, denn die Nerven sind schon ein wesentlicher Faktor beim Matchplay. Und wenn man hinten liegt, ändert sich so ein Spiel auch ganz schnell, weil man mehr riskieren muss, als dem eigenem Spiel gut tut.

Ja, ich muss zwingend vorgabewirksame Runden spielen, denn ich bin definitiv besser als mein aktuelles Hdcp (50 Nettopunkte waren es am Ende). Aber dennoch muss man erst einmal die Nerven behalten und das Spiel nach Hause bringen. Matchplay ist nämlich auch immer Nervensache. Und wer weiß, wenn mein Gegner seine wenigen Chancen besser (oder überhaupt) genutzt hätte, hätte es am Ende doch nochmal spannend werden können. Doch immer wenn es eng zu werden drohte, habe ich die entscheidenden Schläge gemacht und auch längere Putts versenkt. So stehe ich jetzt in Runde 2 (Achtelfinale) und bin damit einen Schritt weiter als letztes Jahr und freue mich auf meinen nächsten Gegner, der deutlich jünger ist als ich. ich freue mich schon jetzt sehr darauf, denn neues Spiel, neues Glück!

Bis dahin werde ich hfftl. auch mein Handicap verbessert haben, auch wenn das meine Chancen sicherlich nicht verbessern wird. Aber ich will die gerechtesten Vorgaben, denn das zeichnet Golf am Ende aus, bei allem Wettkampf geht es immer um Fairness.

Und wer Matchplay im TV sehen will, kann das bereits am nächsten Wochenende (17.05-20.05) bei den Volvo World Match Play Championchips in Casares, Andalusien, wenn dort 24 der besten Golfer der Welt (u.a. auch Martin Kaymer) an den Start gehen werden.


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Dienstag, 10. April 2012

Immer nur Fisch ist auch Käse - Teil II des Reiseberichts Algarve

Im ersten Teil meines Algarve-Reiseberichts ging es u.a. auch um die ersten zwei Runden die wir auf dem Pinhal Golf Course und dem  Millennium Golf Course spielen durften.
Beides Plätze, die für sich schon so gut waren, dass sie eine Reise lohnen, aber am Mittwoch gab es das Highlight in Sachen Golfplätze.
Und wenn ich Highlight sage, meine ich Highlight.
Wir haben auf dem Victoria Course spielen dürfen.
Ja, dürfen.

Mit Abstand der beste Platz den ich bisher in meinem Golferleben spielen durfte.
Mit weitem Abstand. Auch wenn ich in den 3 Jahren meiner Golfkarriere noch nicht sooo wahnsinnig viele Plätze gespielt habe, bin ich mir sicher, dass es dennoch auf lange Zeit einer der TOP Plätze sein wird, die ich spielen werde.
Doch der Reihe nach.
Ich hatte am dritten Tag das Vergnügen in eine zweier Flight auf dem Victoria zu spielen. Mit Klaus Wördehoff, dem Veranstalter, der unbedingt Matchplay gegen mich spielen wollte, um mir mal zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.
Ich habe mich darauf eingelassen, allerdings nur um 1 Euro pro Loch, nicht wie von Klaus gewünscht um 5 Euro/Loch. Und Longest Drive und Nearest to the Pin habe ich gleich abgewählt, denn das wäre unfair gewesen.
Klaus hat ein Handicap von -18 und damit war mir vorher schon klar, was kommen musste und am Ende auch eintrat.
Dazu aber später, hier geht es erst einmal um den Platz.
Der Victoria Course war 2005 Austragungsort des PGA World Cup und wird 2012 Austragungsort des Portugal Masters sein.
Der Platz ist mit 6.609 m von Championabschlägen nicht besonders lang, dafür aber von Arnold Palmer herausragend schön designt. Das Slope Rating liegt bei 129, von Gelb ist der Platz 6094 Metern lang. Der Platz besticht durch seine Architektur, die wirklich sehr liebevoll an die Landschaft angepasst ist und auch durch Liebe zum Detail besticht.
Die Greens lagen vom Tempo bei 9,5 und waren nicht wesentlich schneller als die auf den anderen Plätzen, doch dafür waren sie noch schwerer onduliert. Die Fairways waren so kurz wie bei uns die Grüns. Unglaublich. Der Platz liegt direkt vor dem Tivoli Hotel und ist bereits jetzt in der Vorbereitung für die Masters, das Rough wird sicherlich noch wachsen und der Platz wird sicherlich noch schwerer, die Grüns noch schneller.

Wir hatten glücklicherweise eine frühe Startzeit (Klaus und ich schlugen um 10 Uhr ab) und haben daher auf der Driving Range nur ein paar wenige Bälle geschlagen und Putten vor der Runde war auch nur 2 Min. angesagt. Aber das war in meinem Falle ein Fehler, denn ich hatte auf der Runde einige drei Putts. Und ich habe auch ein paar kürzere Putts (aus 1 Meter) liegen gelassen. Allerdings lagen die Bälle auch oft zwar Pin high, aber die Brteaks waren sehr schwer zu spielen.
Carts waren im Greenfee enthalten, so dass wir nicht laufen mussten, was generell auf den Plätzen die wir gespielt haben zu empfehlen ist, denn die Wege zwischen den Bahnen waren teilweise schon sehr weit.
Unser erster Abschlag war die 10, ein Dogleg leicht bergab nach rechts. Das sehr wellige Grün, dass wie alle Grüns gut verteidigt wurde lag am See, an dem sich auch die Bahnen 11 bis 13 befinden und es bot sich schon mit dem zweiten Schlag ein herrlicher Anblick. Man spielt diue ersten vier Bahnen quasi am und um den See herum, so dass nicht nur beim Abschlag der 11 das Wasser ins Spiel kam, sondern auch an der 12, einem Par 5. Dort war links permanent Wasser und rechts die Ausgrenze.
Der zweite Schlag durfte nicht zu lang (oder bei Longhittern nicht zu kurz) sein, denn 130 Meter vor dem Grün begrenzte ein Graben das Fairway. Das Grün lag gut versteckt hinter einem Bunker links und Hügeln rechts.
12 Bahn, Par 5, vor dem 3ten Schlag ins Grün
Nachdem mein zweiter also am Graben lag, schlug ich meinen Annäherungsschlag leider links in den langen Bunker, rette aber den Lochgewinn ins Ziel. Um mit 3 auf nach 3 auf die 13, einem Par 3, zu gehen, bei dem das Grün erhöht über dem See lag und ebenfalls von einem mächtigen Bunker links verteidigt wurde. Mit Bogey teilten wir das Loch. Das Highlight, neben der 17 und 18, war sicherlich die 14 (mit dem Namen Double-Fairway), desen Fairway von einem herrlich angelegtem Graben geteilt wurde und bei dem der extreme Gegenwind die Bahn gefühlt zu einem Par 5 machte.
Ein wirklich tolles Loch, an dem man wirklich präzise spielen muss, was mir nicht gelang, da ich meinen zweiten Schlag nicht aufs Grün sondern in den Graben geschossen hatte. Meinen vierten (nach Strafschlag) brachte ich zwar ans Grün, der Ball jedoch rollte in Richtung Teich an der linken Seite, in dem der Graben mündete, blieb aber in den Steinen liegen. Ich habe den Ball tatsächlich aus den Steinen heraus gespielt das Loch habe ich dennoch nicht gewonnen.
Generell sind die Bahnen 10-18 alle am und ums Wasser gebaut. Ausnahme sind die 15 (ein 180 Meter langes Par 3) und 16 (ein 270m kurzes Par 4).
17te Bahn auf Höhe des zweiten Balls
Die 17te Bahn, ein langes Par wurde zur echten Challenge, denn die Fahne stand ganz hinten rechts auf der schmalsten Stelle des Grün, das auch noch von Wasser umgeben ist. Den dritten aus 120 Metern ins Grün zu spielen, war fast unmöglich, da die Grüns sehr schnell waren und die Bälle oft noch einige Meter gerollt sind.Dazu noch der starke Wind.
Ich habe daher den 3ten lieber nur ans Grün links gelegt.
Die 18te Bahn, ein Par 4 endet standesgemäß am Clubhaus, rechter Hand sieht man das Tivoli Hotel, in dem wir gewohnt haben. Das Grün wird auch hier von Wasser geschützt. 
18te Bahn, links das Grün, Rechts das Tivoli Hotel
Die 18 ist ein tolles Abschlussloch eines großartigen Courses.
Und die zweiten 9 werden sicherlich tolle Fernsehbilder bieten, wenn die Pros im Oktober auf dem Platz die Portugal Masters spielen.
Nach 9 Bahnen lag ich 5 Löcher vor, so dass wir unsere zweiten Neun, also die Bahnen 1-9 entspannt golfen konnten, Matchplay war geklärt.
Die Bahnen waren dann das genaue Gegenteil der zweiten 9, die erinnerten mit ihren Wellen, Hügeln und vielen baumfreien Fairways (und dank des Windes) eher an einen Linkskurse. Wasser kam nur an einer Bahn (der 7) ins Spiel. 
5te Bahn, Par 5
Hier waren die Bunker dafür umso größer und wichtiger. Die Grüns waren gefühlt noch mehr ondulierter und schwieriger, so dass sich auch diese Bahnen schwer, aber immer fair spielen ließen.
Nachdem spätestens an der 13 klar war, dass ich das Matchplay gewinnen würde (was ich am Ende auch mit 7 auf tat), haben wir an der 6, einem Par 3 auf den Dreierflight vor uns aufgeschlossen, der sehr langsam unterwegs war. Und irgendwie war da dann auch die Luft raus.
Generell waren die 9 Bahnen auch toll und insgesamt war auch die Mischung ein Grund dafür, dass ich diesen Platz sicherlich länger positiv in Erinnerung behalten werde.
Das ich Klaus im Matchplay mit 7 auf besiegt habe, war dabei nur eine nette Randerscheinung. Es war einfach ein toller Tag, auf einem tollen Platz, mit einem tollen Flightpartner und viel Spaß.
Im November, wenn Klaus Wördehoff und die PGA ihr Abschluss ProAM Turnier dort veranstalten, werden sicherlich nicht nur die Pros ihre wahre Freude an dem Platz haben. Der dann, nach den Portugal Masters im Okt noch deutlich mehr Rough haben soll und damit noch genauer etwas schwerer zu spielen sein dürfte. Zumal das Wetter und der Wind dann noch mehr zum Faktor wird.
Aber wer es sich zeitlich (und monetär) leisten kann, sollte das Angebot unbedingt wahrnehmen, denn diese ProAMs sind so schon toll, aber auf diesem Platz bestimmt ein Highlight für jeden Golfer.

Donnerstag haben wir bei starken Böen den Laguna Course gespielt.
Ein Platz mit viel Wasser, noch mehr Tradition und vielen Vorschusslorbeeren ("..wer weniger als 10 Bälle verliert..."). Aber Wind, Umbauarbeiten und Zustand einiger Bahnen ließen den Platz vom Spaßfaktor deutlich gegenüber den anderen Plätzen abfallen.
Aktuell ist einer der ältesten Plätze der Region eher kein Tipp, ich würde ihn momentan meiden, denn dafür gibt es genügend andere Plätze in unmittelbarer Umgebung, die deutlich besser sind.
Ich habe nur 3 Bälle versenkt. So schwer kann er dann nicht gewesen sein...

Freitag war dann Day-Off, den meine Frau und ich mit Sightseeing und Besuchen von Ponte da Pietade, Lagos und Silves gefüllt haben.
Samstag, zum Abschluss, gab es noch einmal einen Scramble, nochmal war meine Frau am Start und nochmal wurde der Millennium Course gespielt.
Auch beim zweiten Mal ein toller Platz und ein würdiger Abschluss einer tollen Golfreise, die man so bedingungslos weiterempfehlen kann.
Und bevor Fragen aufkommen:
Ja, meine Frau und ich waren wieder in einem Flight.
Und ja, wir wurden wieder Nettosieger, dieses Mal sogar mit einer 77.
Der eine oder andere Golfer in unserem Flight mag enttäuscht darüber gewesen sein, dass es "nur" der Nettosieg wurde, aber meiner Frau und mir hat die Runde auch so sehr viel Spaß gemacht.
Dass ich alle 5 Runden Nettosieger und in zwei der drei Einzelrunden auch Bruttosieger wurde, war sportlich nicht sooo schlecht und zeigt, dass mein Training sich auszahlt.
Allerdings muss und werde ich noch weiter an mir arbeiten, denn warum sollte ich jetzt aufhören?

Fazit:
Tolle Plätze mit sensationellen Grüns, ein tolles Hotel mit einer herausragenden Reiseleitung und vielen netten Eindrücken und tollen Menschen, die man kennen lernen durfte.
Wir hatten viel Spaß und können solche Reisen (organisiert von Klaus und Stefanie) nur bedingungslos weiterempfehlen. Und wer die Chance und das nötige Kleingeld hat: Bucht das ProAM im November. Es wird der Hammer!
Mein Dank gehta aber auch an Christa, Gabriele, Gudrun, Hannelore, Katharina, Marion, Wanda, Eike, Ernst, Klaus, Klaus, Richie und Uli! Ihr wart eine spitzen Truppe und es war toll mit Euch, wir hatten viel Spaß!


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Freitag, 24. Februar 2012

Golf, Olympia und alles auf Neufang

Golf wird ja 2016 wieder olympisch
Und damit einher gehen auch Änderungen im System des DGVs. 
Stützpunktförderung und strukturelle Anpassungen, u.a. die Änderung des Wettspielsystems im Mannschaftsbereich.

Aktuell werden die Mannschaftswettbewerbe an einem einzigen Wochenende und im Match Pplay-Modus ausgetragen. Jetzt kann man sagen, dass sei ungerecht, weil stark Tagesform abhängig.
Andererseits ist genau dieses Match Play das was beim Ryder-Cup hunderte Millionen von Zuschauern begeistert und dieses Wochenende bei den WGC Accenture Match Play Championchip, wie jedes Jahr, für Aufsehen sorgt. Wenn die PGA und die European Tour könnten, würden sie wohl die meisten Turniere auf Match Play umstellen, denn diese Wettbewerbsform ist deutlich spannender und lässt sich auch viel besser übertragen und vermarkten. Match Play ist eben ein Pokalwettbewerb mit dem altbewährten KO-System.
Siegen oder Fliegen.
Und er zwingt die Spieler zu Höchstleistungen wie man in diesem Video von den Matchplay Championchips sehr schön sehen kann (klick mich).
Dieses Jahr steht Martin Kaymer erneut unter den besten 16 Spielern. Wir wollen mal dei Daumen drücken, dass er am WE auch noch dabei sein wird!

Back zum Thema
Bisher ist es beim DGV Ligen so, dass alle Ligen (von der 1. Bundesliga bis zur Landesliga) an einem (in der Bundesliga bis zu 4 Wettspieltage langem) Wochenende ihre Meister, Auf- und Absteiger ermitteln. Und grundsätzlich spielen alle im spannenden und von den (meisten) Spielern geliebten Match Play Modus.

Jetzt aber sagt der DGV er müsse das ändern, weil ja Golf jetzt Olympia und DSOB und so.
Man müsse ein echten Ligabetrieb etablieren.
In der Bundesliga ist es 2012 zum letzten Mal so, das an dem Donnerstag die Spielerinnen im Zählspiel eine Mannschaftsrangliste erspielen. Auf Basis dieser 8er Setzliste treten die 8 Mannschaften ab Freitag im KO-System (Einzel- und Matchplay) gegeneinander an. 
Dabei spielen die Teams in der am Donnerstag erspielten Setzliste, also 1 - 8, 2 - 7, 3 -6,  4 - 5. Eine Partie sind jeweils drei Vierer und 6 Einzel. Die Sieger spielen dann die Halbfinals (Samstag) und die Finalisten (Sonntags) aus, während die Verlierer der ersten Runde in einer Abstiegsrunde am Samstag die beiden Absteiger ermitteln. 
Gerade Match Play hat häufig dafür gesorgt, dass auch die Außenseiter gewinnen konnten. Und das vermeidlich „große“ Clubs empfindliche Niederlagen einstecken mussten, so wie die Damen des Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee e.V., die 2011 als Titelverteidigerinnen antretend, am Ende in Liga 2 absteigen mussten. 
Obwohl man rein von den Handicap-Vorgaben der Spielerinnen einer der Top-Favoriten war. 

Das Fokussieren auf ein einziges Wettspiel-Wochenende ermöglichte den kleinen Clubs eine Teilnahme, denn die Kosten für ein Wochenende sind andere, als für 5 Wochenenden. 
Aber das alles wird jetzt unter dem Vorwand "Olympia" vom DGV geändert. 
Die Mannschafts-Wettbewerbe werden ab 2013 nicht mehr an einem Wochenende ausgetragen, sondern es wird einen Ligawettbewerb geben, in dem jeweils (im Beispiel Bundesliga) fünf Mannschaften in einer Staffel (jeweils Nord und Süd) an 5 Spieltagen (jede Mannschaft ist einmal Gastgeber und muss viermal reisen) gegeneinander im Zählspiel antreten.  Und nur im Zählspiel.
Sportlich wird das ganze wahrscheinlich sogar etwas fairer, weil man den Faktor Tagesform besser kontrollieren kann. Aber es wird auch eindeutig weniger spannend.

Der Wettbewerbsmodus Matchplay, der gerade schwächeren Mannschaften eine Chance bot, wird komplett eliminiert. 

Das System wird wirtschaftlich und auch zeitlich deutlich aufwendiger für die Clubs, denn das bedeutet zukünftig viermal Reisekosten, da man ja vier Auswärtsspiele (und ein Heimspiel) ausrichten muss. Das Ganze wird für die kleinen Clubs eigentlich nicht mehr zu bezahlen sein. Wer Erster oder Zweiter in seiner Gruppe wird, muss/darf dann noch zum Finale. OK, das spielt jeder gerne. Aber das kostet auch nochmals Zeit und Geld.

Ich finde diese Systemumstellung schade, weil unnötig, denn gerade der Match Play (siehe Ryder Cup) und Wettkampfmodus war immer besonders spannend. Die Spieler sind ohnehin als Individualsportler ständig in irgendwelchen Wettkämpfen (30 Turniere pro Jahr und mehr) am Start und müssen das eigentlich nicht auch noch zusätzlich im Teamwettbwerb sein. 
Die Clubs, die jetzt deutlich höhere Budgets für ihre Mannschaften aufbringen müssen, werden sich überlegen müssen, ob sie überhaupt noch leistungsstarke Mannschaften aufstellen wollen und können.

Am Ende wird es in ein paar Jahren darauf hinauslaufen, dass die Clubs, die ohnehin viel Geld haben, auch alle Bundesligaplätze belegen und die besten Spieler/-innen bei ihnen aufteen. Der Spitzensport wird auf wenige Stützpunkte fokussiert, während der breiten Masse in den Vereinen die Vorbilder entzogen werden. 
Das finde ich sehr bedenkenswert, gerade auch im Sinne Olympias:
"Dabei sein ist alles!"



Nur Golf natürlich auch bei

Montag, 13. Februar 2012

Alles neu macht der Mai

2016 wird Golf nach 112 Jahren endlich wieder olympisch. Der letzte Olympiasieger im Golf hieß wie?
Richtig, Georg Lyon, ein Kanadier. Teamsieger wurde 1904 die USA. Die Damen traten sogar 1900 das einzige und letzte Mal bei Olympia zum Wettbewerb an. Einzige Siegerin bisher ist die US Amerikanerin Margaret Ives Abbott  
Seitdem gab es bei keiner Olympiade Golf. 2016 in Rio dann aber endlich wieder. Warum nicht schon 2012 in London (also auf der Insel, wo es zig tausende von Plätzen gibt) kann ich nicht beurteilen.
Aber wie immer zeigt eine Ursache (Golf wird Olympisch) auch Wirkung. 
Im Falle unseres Lieblingssports sogar gleich mehrere.

Positiv ist, dass unserer Lieblings-Sport in dieser Zeit, wie fast alle anderen (Rand-)Sportarten auch, mal in den Fokus der ganz breiten Öffentlichkeit gerückt wird, vor allem, wenn unser Martin am Start und einigermaßen erfolgreich sein sollte.  
Hoffe ich zumindest, aber es bleibt abzuwarten was die Öffis am Ende wirklich übertragen...


Und endlich kommt auch der DGV in den Genuss der Sportförderung durch den Deutschen Olympische Sport Bund DOSB
Diese Förderung ist, natürlich und wie in den anderen (Rand-)Sportarten auch, stark erfolgsabhängig und wird an verschiedenste Vorgaben geknüpft. Und wie in den anderen Sportarten auch, hängt daran aber nicht nur das liebe Geld (Ursache), sondern auch die eine oder andere strukturelle Neuausrichtung  (Wirkung). 
Sagt man. Auf Seiten des DGV. 
Ob wirklich der DOSB an den anstehenden Änderungen des Wettspielsystems der Mannschaftswettbewerbe (ab 2013) schuld ist, oder es sich nur um die Tat einzelner Golf-Funktionäre handelt, die die Gelegenheit nur nutzen wollen, um neue Strukturen durchzusetzen, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Aber wenn dem nicht so wäre, würde mich das schon sehr wundern.

Fakt ist, dass DOSB dafür bekannt ist, seine olympischen Sportarten in eigene (regionale) Förderzentren zu bündeln. 
Und diese (Wenigen) Leistungszentren können im Golf nun mal nur bereits existierende Clubs sein, der Neubau neuer Anlagen wäre viel zu kostspielig und unrentabel. 
Somit kann/muss/wird der DGV seine Favoriten (u.a. St. Leon-Rot) ganz offiziell das Siegel "Olympiastützpunkt" und damit, neben dem elitären Image, weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. 
Und in genau diesen Clubs werden dann noch mehr gute Spieler, als ohnehin schon, unter dem Deckmantel der Förderung gelockt. Denn nur hier könnten sich die besten deutschen Spieler/-innen dem „olympischen“ Geist widmen und wappnen. 
Glaubt man. 
Das dabei der ohnehin schon  ungleiche Wettkampf zwischen den Clubs immer ungleicher wird, wird vom DGV wohl sogar billigend in Kauf genommen. Die guten und reichen Clubs bekommen noch mehr Geld und gute Spieler quasi auf dem Silbertablett geliefert, während die kleinen Clubs dann irgendwann ganz ihre sportlichen Ambitionen begraben werden müssen.

Ich weiß nicht, ob dieser Weg der Richtige ist. 
Ich halte ihn für falsch und hoffe, dass ich mich mit meiner Einschätzung gewaltig irre und der Wettbewerb und die Chancengleichheit des Olympischen Grundgedankens erhalten bleiben. Alleine der Glauben daran fehlt mir, denn money makes the world go round… 

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