Posts mit dem Label Olympia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Olympia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. März 2012

Weiterentwicklung des Wettkampfsystems

Ich hatte an dieser Stelle ja schon zweimal Stellung zurÄnderung des Wettspielsystems durch den DGV bezogen und dabei u.a. moniert, dass das neue System den „Kleinen“ Clubs sicherlich nicht helfen wird. Und das man den sportlich attraktiveren Matchplay Modus zu Gunsten des Zählspiels opfert, obwohl das meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig gewesen wäre.
Jetzt kann man sich die Wettkampfsystembroschüre2013 des DGV downloaden oder im Internet ansehen und sehen, was genau sich für wen ändert.


Auszug aus der Broschüre
Der Spitzensport ist kulturhistorisch in der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland fest verankert. Er symbolisiert insbesondere die Werte Leistung, Konkurrenz und Chancengleichheit. Auch im Golf sind Höchstleistung und das Streben nach sportlichem Erfolg die herausragenden und Image prägenden Merkmale. Das Hervorbringen von Spitzensportlern/- innen im Golf ist ein Beitrag zur Pflege des Leistungsgedankens in unserer Gesellschaft. Der leistungssportliche Erfolg und das Erreichen individueller leistungssportlicher Ziele beruhen auf dem Zusammenspiel von Wettkampf, Training und Förderung… 
Seit geraumer Zeit machen sich die Gremien des DGV entsprechend ihrem Auftrag Gedanken darüber, ob und auf welche Weise das Wettkampfsystem, gemessen an internationalen Standards, weiter entwickelt werden muss. Bei Mannschafts-wettbewerben ist der pyramidale Aufbau mit Aufstiegs- und Abstiegsmöglichkeiten über mehrere Spieltage hinweg, was charakteristisch für leistungsfördernde Wettkampfsysteme ist.  Zudem werden in einer Einzelsportart mit Mannschaftsligensystem im Wettbewerbsprofil sowohl Mannschafts- als auch Einzelleistungen erfassbar gemacht und in Tabellen und Ranglisten dargestellt. In anderen Sportarten finden wir seit Jahrzehnten entsprechende Strukturen vor….Ziel ist eine Stärkung der nationalen Wettspielkultur im Sinne von erhöhter Attraktivität und besserer Qualität der Wettbewerbe, stringenter Kontinuität im Aufbau, tieferer Präsenz in der nationalen Sportwelt und klarerer Transparenz für die golfspielende und interessierte Öffentlichkeit sowie für Sponsoren.

Damit entstehen nach DGV-Aussagen „..die Spielergenerationen, mit denen sich dann zielkonforme internationale Erfolge generieren lassen, wie die erfolgreiche Teilnahme an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, die Teilnahme deutscher Spieler/innen beim Solheim Cup, Ryder Cup und auf den Major-Touren.

Ted Long Head Coach Golfclub Mannheim - Viernheim äußerte sich bei FB zu dem Thema wie folgt (Zitat FB):
Derjenige der diesen Paragraph geschrieben hat, hat mehr Ahnung von Handball als Golf. Diese Bowlingliga ist nichts mehr als ein Marketinggag um Geld von Sponsoren zu erwirtschaften. Ich habe bis jetzt keinen einzigen Spieler getroffen der dafür ist! …Es fehlt nur Stableford!! Hut ab:)“

Der neue Spielmodus
In allen Ligen spielen jeweils 5 Mannschaften mit 8 (bei den Damen 6) Spieler(-innen) auf den jeweiligen Plätzen der 5 beteiligten Mannschaften. Daraus ergeben sich vier Auswärtsspiele und ein Heimspiel. In der 1. und 2. Bundesliga werden zunächst 4 (Damen 3) klassische Vierer und anschließend 8 (Damen 6) Einzel als Zählspiel über jeweils 18 Löcher an einem Tag gespielt. Ab den Regionalligen werden 8 (Damen 6) Einzel Zählspiel über 18 Löcher an einem Tag gespielt. Der Spieltag ist dabei jeweils ein Sonntag.

Mannschaftswertung (Damen)
In der 1. und 2. Bundesliga werden von den 9 Ergebnissen aus 3 Vierern und 6 Einzeln die besten 7 Ergebnisse gewertet (2 Streichergebnisse). In den Regional- und Oberligen werden die besten 5 Einzelergebnisse aus 6 Ergebnissen der jeweiligen Mannschaft gewertet (1 Streichergebnis).

Punktevergabe
Die Siegermannschaft eines Spieltages erhält 5 Punkte, die zweitplatzierte 4 Punkte, die drittplatzierte 3 Punkte, die viertplatzierte 2 Punkte und die fünftplatzierte 1 Punkt. Die Gesamtpunktzahl nach dem letzten Spieltag entscheidet über die Platzierung in der Ligaabschlusstabelle. In der 1. Bundesliga wird nach Abschluss der 5 Ligaspiele in einem Finale der Deutsche Mannschaftsmeister ermittelt. Bis zur Regionalliga steigt am Ende der Saison pro Gruppe eine Mannschaft auf und zwei Mannschaften ab. Ab der Oberliga steigt eine Mannschaft pro Ligagruppe auf und eine Mannschaft in eine Regionengruppenliga der Landesgolfverbände ab.

Ligaeinteilung Damen



Ted Long dazu ebenfalls auf FB (01.03.2012): 
Es liegt im Bereich des Möglichen beziehungsweise ist sehr wahrscheinlich, dass ein Team die Liga gewinnt, welches nicht am wenigsten Schläge gebraucht hat! Derjenige der das entworfen hat, soll sich bei der PGA Tour melden, scheinbar machen sie es ganz falsch!!“

Ich sehe das etwas anders. 
Wenn schon fünf Spieltage, dann in der Tat mit einem Punktesystem für die besten Teams pro Spieltag. Wie will man sonst die unterschiedlichen Wetter und Platzbedingungen bewerten? Noch mehr CSA, CR etc ? 
Sonst müsste man sich u.a. im Fußball generell mal überlegen, ob einzelne Spieler (nach ihren Gehältern?) ebenfalls eine Vorgabe kriegen, die dann in die Ergebnisse mit einberechnet wird. 

Am Ende ist das Punktesystem der sportlich fairste Weg, da an fünf Spieltagen auf fünf verschiedenen Plätzen mit fünf verschiedene Bedingungen jedes Mal Bedingungen herrschen, die man nicht vergleichen kann. 
Und da jeweils immer alle fünf Teams vor Ort sind und spielen , ist das der einzig gangbare Weg ohne demnächst ein Mathestudium zu benötigen, zumindest, wenn man die Mannschaftswertungen verfolgen will.
So wird in jedem Ligabetrieb gewertet. Und das aus guten Gründen. So kann man auch eher Sponsoren anlocken, die das Punktesystem auch verstehen.
Wenn der Golfsport wieder irgend ein Extrading abzieht und irgendwas macht, was keiner (außerhalb des Sportes) versteht, hätte man genau das Gegenteil von dem erreicht, was man wohl hoffentlich erreichen will. Man würde wieder den Stempel "Elitärer Sport" fördern. Und das kann es beim allerbesten Willen nicht sein.
Mit dem Punktesystem wir am Ende nicht der Klub Meister der die meisten Tore geschossen hat, sondern der, der die meisten Punkte geholt hat.
Und das verstehe dann sogar ich.
Auch wenn ich die Aufgabe des Matchplay Modus nicht verstanden habe.
 
Alle Infos und die aktuelle Wettkampfbroschüre des DGV gibtes hier als PDF zum Download.

Nur Golf jetzt auch bei:

 

Freitag, 24. Februar 2012

Golf, Olympia und alles auf Neufang

Golf wird ja 2016 wieder olympisch
Und damit einher gehen auch Änderungen im System des DGVs. 
Stützpunktförderung und strukturelle Anpassungen, u.a. die Änderung des Wettspielsystems im Mannschaftsbereich.

Aktuell werden die Mannschaftswettbewerbe an einem einzigen Wochenende und im Match Pplay-Modus ausgetragen. Jetzt kann man sagen, dass sei ungerecht, weil stark Tagesform abhängig.
Andererseits ist genau dieses Match Play das was beim Ryder-Cup hunderte Millionen von Zuschauern begeistert und dieses Wochenende bei den WGC Accenture Match Play Championchip, wie jedes Jahr, für Aufsehen sorgt. Wenn die PGA und die European Tour könnten, würden sie wohl die meisten Turniere auf Match Play umstellen, denn diese Wettbewerbsform ist deutlich spannender und lässt sich auch viel besser übertragen und vermarkten. Match Play ist eben ein Pokalwettbewerb mit dem altbewährten KO-System.
Siegen oder Fliegen.
Und er zwingt die Spieler zu Höchstleistungen wie man in diesem Video von den Matchplay Championchips sehr schön sehen kann (klick mich).
Dieses Jahr steht Martin Kaymer erneut unter den besten 16 Spielern. Wir wollen mal dei Daumen drücken, dass er am WE auch noch dabei sein wird!

Back zum Thema
Bisher ist es beim DGV Ligen so, dass alle Ligen (von der 1. Bundesliga bis zur Landesliga) an einem (in der Bundesliga bis zu 4 Wettspieltage langem) Wochenende ihre Meister, Auf- und Absteiger ermitteln. Und grundsätzlich spielen alle im spannenden und von den (meisten) Spielern geliebten Match Play Modus.

Jetzt aber sagt der DGV er müsse das ändern, weil ja Golf jetzt Olympia und DSOB und so.
Man müsse ein echten Ligabetrieb etablieren.
In der Bundesliga ist es 2012 zum letzten Mal so, das an dem Donnerstag die Spielerinnen im Zählspiel eine Mannschaftsrangliste erspielen. Auf Basis dieser 8er Setzliste treten die 8 Mannschaften ab Freitag im KO-System (Einzel- und Matchplay) gegeneinander an. 
Dabei spielen die Teams in der am Donnerstag erspielten Setzliste, also 1 - 8, 2 - 7, 3 -6,  4 - 5. Eine Partie sind jeweils drei Vierer und 6 Einzel. Die Sieger spielen dann die Halbfinals (Samstag) und die Finalisten (Sonntags) aus, während die Verlierer der ersten Runde in einer Abstiegsrunde am Samstag die beiden Absteiger ermitteln. 
Gerade Match Play hat häufig dafür gesorgt, dass auch die Außenseiter gewinnen konnten. Und das vermeidlich „große“ Clubs empfindliche Niederlagen einstecken mussten, so wie die Damen des Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee e.V., die 2011 als Titelverteidigerinnen antretend, am Ende in Liga 2 absteigen mussten. 
Obwohl man rein von den Handicap-Vorgaben der Spielerinnen einer der Top-Favoriten war. 

Das Fokussieren auf ein einziges Wettspiel-Wochenende ermöglichte den kleinen Clubs eine Teilnahme, denn die Kosten für ein Wochenende sind andere, als für 5 Wochenenden. 
Aber das alles wird jetzt unter dem Vorwand "Olympia" vom DGV geändert. 
Die Mannschafts-Wettbewerbe werden ab 2013 nicht mehr an einem Wochenende ausgetragen, sondern es wird einen Ligawettbewerb geben, in dem jeweils (im Beispiel Bundesliga) fünf Mannschaften in einer Staffel (jeweils Nord und Süd) an 5 Spieltagen (jede Mannschaft ist einmal Gastgeber und muss viermal reisen) gegeneinander im Zählspiel antreten.  Und nur im Zählspiel.
Sportlich wird das ganze wahrscheinlich sogar etwas fairer, weil man den Faktor Tagesform besser kontrollieren kann. Aber es wird auch eindeutig weniger spannend.

Der Wettbewerbsmodus Matchplay, der gerade schwächeren Mannschaften eine Chance bot, wird komplett eliminiert. 

Das System wird wirtschaftlich und auch zeitlich deutlich aufwendiger für die Clubs, denn das bedeutet zukünftig viermal Reisekosten, da man ja vier Auswärtsspiele (und ein Heimspiel) ausrichten muss. Das Ganze wird für die kleinen Clubs eigentlich nicht mehr zu bezahlen sein. Wer Erster oder Zweiter in seiner Gruppe wird, muss/darf dann noch zum Finale. OK, das spielt jeder gerne. Aber das kostet auch nochmals Zeit und Geld.

Ich finde diese Systemumstellung schade, weil unnötig, denn gerade der Match Play (siehe Ryder Cup) und Wettkampfmodus war immer besonders spannend. Die Spieler sind ohnehin als Individualsportler ständig in irgendwelchen Wettkämpfen (30 Turniere pro Jahr und mehr) am Start und müssen das eigentlich nicht auch noch zusätzlich im Teamwettbwerb sein. 
Die Clubs, die jetzt deutlich höhere Budgets für ihre Mannschaften aufbringen müssen, werden sich überlegen müssen, ob sie überhaupt noch leistungsstarke Mannschaften aufstellen wollen und können.

Am Ende wird es in ein paar Jahren darauf hinauslaufen, dass die Clubs, die ohnehin viel Geld haben, auch alle Bundesligaplätze belegen und die besten Spieler/-innen bei ihnen aufteen. Der Spitzensport wird auf wenige Stützpunkte fokussiert, während der breiten Masse in den Vereinen die Vorbilder entzogen werden. 
Das finde ich sehr bedenkenswert, gerade auch im Sinne Olympias:
"Dabei sein ist alles!"



Nur Golf natürlich auch bei