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Freitag, 18. September 2015

Kann Deutschland Golf

In Deutschland ist Golf, wenn man die Mitgliederanzahl im DGV und VCG als Masstab nimmt, die Nummer 10 der Sportarten. Wenn man sich die Presse und die Häufigkeit der Golfmeldungen hierzulande anschaut, ist selbst das schon eine positive Überraschung. Der Sport ist immer noch mit einem sehr schlechten Image ausgestattet und man muss sich als Golfer immer und immer wieder Sprüche anhören.

Dienstag, 15. September 2015

Kann Deutschland Golfevents

Über die Golflandschaft und den Golfsport hierzulande wurde und wird ja leider nicht besonders viel berichtet. Der Sport, mit seinen knapp 630.000 aktiven Sportlern immerhin Top 10 der Sportarten in Deutschland, ist medial immer noch eine Randsportart. Trotz zahlreicher, großer sportlicher Erfolge eines Martin Kaymer´s.

Freitag, 21. August 2015

Mehr Aufmerksamkeit

Der Golfsport, gerade in Deutschland, leidet unter der sehr dünnen Medienpräsenz. Als Martin Kaymer letzten Sommer die US Open gewann, war die Abfahrt des Mannschaftsbusses der Fußballer bei der WM zum ersten Gruppenspiel wichtiger. Wenn überhaupt wurden Golfergebnisse und Erfolge immer mal knapp und kurz präsentiert.
Diese mangelnde Präsenz ist ein Hauptgrund, warum es in Deutschland nur ein großes Profiturnier gibt, bei den Frauen dieses Jahr wohl nicht mal das.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Sind 25 Jahre bereits Tradition?

In einer Sportart wie Golf ist man ja schnell mit den Schlagworten „Tradition“ und „britisch“ bei der Hand. Das mag daran liegen, dass der Sport wohl in seiner ursprünglichen Form im 15ten Jahrhundert in Schottland erstmals ausgeübt wurde.  Wann und wo genau weiß man nicht wirklich, die erste (schriftliche) Erwähnung gab es im Jahr 1457, als das schottische Parlament „je fut bawe and ye golf“ verboten und stattdessen das Bogenschießentraining angeordnet hat.

Dienstag, 9. Juni 2015

Die Weltelite in Deutschland

Der Golfsport hierzulande fristet ja eher ein Schattendasein. Das sieht man immer wieder dann, wenn große Golf-Events anstehen oder gar solche Events von deutschen Sportlern gewonnen werden. Es nimmt außerhalb der Golfszene niemand diese Dinge war.
Als Martin Kaymer letztes Jahr die US Open gewann, wurde lieber die Abfahrt des Mannschaftsbusses der N11 in Brasilien per News-Break gezeigt, als über Kaymer zu reden. 

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Warum nur alle zwei Jahre

Normalerweise bin ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eher der einsame Rufer im Wald, wenn ich unter den Nichtgolfern mal wieder „Werbung“ für den Golfsport betreibe. Wenn ich wieder einmal (fast erfolglos) versuche diesen wunderbaren Sport anderen Menschen nahe zu legen. Einmal, alle zwei Jahre brauche ich das nicht, denn da gucken selbst die hartgesottenen Antigolfer. Oder sie interessieren sich zumindest ergebnistechnisch dafür. Aber halt nur eine knappe Woche. Alle zwei Jahre. Aber warum nur alle zwei Jahre?

Donnerstag, 18. September 2014

Nächste Woche - nächstes Jahr

Ihr habt es sicherlich schon längst mitbekommen, Großes wirft seinen Schatten voraus. Nächste Woche heißt es zum 40ten Mal: USA gegen Europa (früher USA - GB, dann dreimal USA - GB, IRL), richtig, der Ryder Cup steht vor der Tür.

Montag, 14. April 2014

Gute Nacht John Boy

Vier Tage lang spielen die besten 97 Golfer der Welt (inkl. ein paar der weltbesten Amateuren und Oldies) um den wohl wichtigsten Golf-Titel, den Sieg beim Masters Tournament. Sie kämpfen, und scheitern, die Superstars und die Newcomer. Jung und alt. Amateure und Profis. Sie geben alles, zeigen alles und am Ende zieht der Adam dem Bubba das grüne Jacket an, nachdem der Bubba dem Adam das Jacket letztes Jahr anziehen durfte.

Freitag, 5. Oktober 2012

Immer noch unfassbar - Ryder Cup 2012



Unglaublich. 
Die ganze Golfwelt spricht immer noch davon. Egal wen man fragt, jeder hat die Bilder immer noch vor Augen. Diesen unvergleichlichen Moment, als schier unmögliches möglich wurde. Als Europa wirklich mal eine Einheit und nicht nur ein Lippenbekenntnis von Staatsmännern und –frauen.  Keine Interessengemeinschaft von Schuldnern, sondern eine Masse an Menschen, die über Grenzen hinweg nur eines wollten: 
Den (gemeinsamen) Sieg!

Einen Sieg, der ob der Übermacht des Kontrahenten undenkbar schien.
Einen Sieg, in einer Sportart, die viele sonst eher nur am Rande wahrnahmen. Von denen einige inzwischen sagen, dass sie es auch mal probieren wollen, mit dem Golf. Bei Twitter haben viele der Menschen denen ich folge Ryder Cup geguckt und viele waren geflasht und mit einigen werde ich demnächst, für einige zum ersten Male in ihrem Leben, auf die Range gehen, damit sie auch mal den kleinen weißen Ball schlagen. So sie ihn den treffen.  Und ich bin mir sicher: Treffen sie ihn, werden sie wieder kommen wollen. 
So wie wir alle, die wir inzwischen mit viel Herzblut diesen Sport ausüben, über den viele immer noch sagen, es wäre gar kein Sport....->

Freitag, 28. September 2012

Ryder-Cup Tag 1 - Liveticker

Endlich geht es los.
Es ist alles gesagt, gezeigt und besprochen worden.
Ab heute 14:20 Uhr zählt es endlich nur noch auf dem Platz!

Und wenn G-mac als erster Spieler abgeschlagen haben wird, sind wir mit Liveticker auf Facebook und Twitter
Hier gibt es dann die aktualisierten Endergebnisse und erste Eindrücke zu lesen.

Tag 1
Nach dem ersten Tag führen die Amerikaner in Medinha mit 5-3. 
Verdient? Bestimmt. Auch wenn die Europäer viele unglückliche Putts hatten, die amerikanischen Spieler haben ihre gemacht. Sicherlich hilft auch der Platz und das er komplett ohne Rough gespielt wird den Amerikaner.
Böse Zungen behaupten, dass den Europäern nur Tiger Woods geholfen habe, der wirklich eher gewöhnungsbedürftig spielte. Hingegen ein Keegan Bradley an der Seite von Phil Michelson immer stärker aufdrehte und mit half 2 der 5 Punkte zu gewinnen.
Bei den Europäern enttäuschten die meisten Spieler. Man spielte solides Golf, aber im Vierer braucht es halt immer einen im Flight, der soren kann, vor allem, wenn der andere mal nicht trifft. Bei Europa wurde kaum gescored, wen, dann von beiden Spielern zusammen...
Doch
Tag2

war nicht wirklich besser. Viele verpasste Putts. Sicherlich einige sehr unglücklich, aber auch viele erschreckend kurz von den Europäern. Aber zum Ende des Tages sah man endlich den Ryder up -Poulter. Und als auch noch Tiger beschloss endlich für das Team USA und nicht dagegen zu spielen, gab es ganz, ganz großen Sport, an dessen Ende die Paarung Colsaerts/Lawrie leider mit viel Pech den Bestball-Vierer verlor, dafür aber Poulter (Und er alleine)/McIlroy das Spiel gegen Dufner/Z. Johnson noch drehten und einen wichtigen Punkt holten. Genau wie Donald/Garcia, als Donald an der 17 den Super-Tee-Shot von Tiger noch kontern und ebenfalls das Birdie spielen konnte.
Hoffentlich werden die 12 Einzel spannender und besser und vielleicht kann Team Europe mit einem Blitzstart doch noch das Rennen offen gestalten.

Go Europe, go!

Dienstag, 25. September 2012

Der Medinha Country Club


Jeder Wettkampf ist auch immer nur so gut, wie die Wettkampfstätte es zulässt. Gerade wir Golfer kennen das doch. Es gibt Plätze, die verdienen den Namen Wiese nicht einmal und dann gibt es Plätze, die sind einfach nur traumhaft. Und dann gibt es diese legendären Plätze, auf denen zu spielen wir alle von träumen. Sei es Pebble Beach oder Augusta in den USA oder St. Andrews. Plätze die Legende sind. 
Und dann gibt es diese Plätze, die "Tour-Erfahrungen" haben, aber erst durch die Austragung des Ryder Cups zur Legende werden (wollen), so wie Celtic Manor vor zwei Jahren. 
Ryder Cup ist immer etwas besonderes - 2010 Celtic Manor

Damals, als in einer unglaublich spannenden Regenschlacht jeden Tag mehrere zehntausende Fans den Platz bzw. seine Ränder in eine Schlammwüste verwandelten, aber niemand, wirklich niemand nach Hause ging, sondern bis tief in die Nacht den des europäischen Teams Sieg feierten. Und zu diesen Plätzen mit viel Tradition gehört wohl auch so schon der Medinah Country Club, Illinois und vor allem sein Meisterschaftsplatz, Course #3.

Donnerstag, 20. September 2012

Das FedEx Cup Finale


hat heute begonnen. Ich freue mich schon sehr auf dieses Weltklasseturnier, dass jedes Jahr ein echtes Highlight ist. Allerdings bin ich auch und gerade in Hinblick auf den Ryder Cup gespannt.
Natürlich geht es beim Tour Championship im East Lake Golfclub von Atlanta, nicht nur um die 1,44 Mio US$ Siegprämie, sondern auch um den Gesamtsieg in der 6ten Auflage des FedExCup, bei dem alleine der Sieger einen 10 Mio. US$ Bonus erhält. 
Wobei der Sieger seine 10 Mio US $ genauso wenig direkt und in Bar erhält, wie der Zweitplatzierte der Wertung seine 3 Mio US$, der Dritte seine 2 Mio. US$ bis hin zum 144te mit immerhin noch 30.000 US$. Die Prämie wird in einen Pensionsfonds eingezahlt und erst nach dem Karriereende, frühestens aber wenn der Spieler 45 Jahre alt ist, ausgezahlt.

Freitag, 24. August 2012

6-4-2-0

Am Wochenende spielen die besten Golfer der Welt auf der US PGA Tour bei den The Barclays  Das ist die gleichzeitig die erste Runde des FedEx Cups, an der die besten 125 Spieler der PGA Tour starten dürfen. Unter anderem starten dort auch Rory McIlroy und Tiger Woods, die um 13.06 an Tee 1 gemeinsam mit Zach Johnson an den Start gehen werden. Ebenfalls am Start im Bethpage State Park in Farmingdale,NY ist die aktuelle Nr. 11 der Europäischen Ryder-Cup Wertung, Ian Poulter.

Freitag, 13. Juli 2012

Golfst Du schon oder hast Du noch Sex?

Diese Frage ist exemplarisch für das Image des Golfsports hierzulande.
Dabei ist die Frage genauso klischeehaft, wie überholt, denn Golf ist schon lange kein Sport für alte Menschen mehr. Längst kein exklusives Hobby einer elitären Randgruppe.
Das belegen ja nicht nur aktuelle Studien, sondern auch die Blogserie "Alex, Nur Golf."
Aber auch diverse Freunde und Bekannte von mir, die ebenfalls mit Golfen angefangen haben oder gerade anfangen, so wie meine beiden Töchter, 15 und 12....

Golf ist, auch entgegen anders lautenden Gerüchten, immer noch ein Sport, denn wer behauptet, es sei kein Sport, hat noch nie eine Runde Golf absolviert. Auch wenn mein Coach Billy immer sagt: "Wenn man dabei rauchen, essen und trinken kann, kann das kein Sport sein"
Es ist aber Sport.
Mental und physisch.
 Wer es nicht glaubt, probiert es mal aus.

Freitag, 11. Mai 2012

Matchplay ist anders

Golf ist die Sportart, in der der Sportler für bzw. mit sich selber kämpft.
Das ist eher wie Lucky Luke, der lonesome Cowboy.
Man spielt zwar (meistens) in einem Flight, aber am Ende zählen nur die eigenen Schläge (mit oder ohne Hdcp, Brutto oder Netto) und das eigene Ergebnis.
Sicherlich ist das bei den Pros etwas anders, die sind ja ständig informiert, wo sie gerade auf dem Leaderboard stehen und was noch geht. Darauf hin verändern sie ihre ggf. Taktik. Der Amateur hingegen, insbesondere der Hobbygolfer, hat mit sich selbst schon genug zu tun und selten ein Auge für den Gesamtstand. Er spielt und versucht möglichst viele Stableford-Punkte zu sammeln bzw. im Zählspiel möglichst wenige Schläge zu benötigen.
Das ist beim Matchplay grundsätzlich anders.
Beim Matchplay ist es ann Lucky Luke gegen die Waltons, es geht Mann(Frau) gegen Mann(Frau).

Wer gewinnt am Ende mehr Löcher ist die Frage die sich stellt, wenn man am ersten Tee steht. Auch hier gibt es Brutto- (ohne Hdcp-Vorgaben) und Nettoversionen (Hdcp wird einbezogen). Aber egal man die Vorgaben händelt, es geht Mann gegen Mann.
Egal wie viele Schläge es am Ende sein werden, entscheidend ist es, dass DU weniger Schläge pro Bahn als dein Gegner benötigst.
Und weil das so ist, kommt noch viel mehr Taktik und Psychologie ins Spiel. Das ist dann wie Duell. Wenn die Duellanten aufeinander zu gehen, am Ende bleibt nur einer stehen bzw. der Sieger kommt weiter, der Verlierer ist raus.

Und da das die spannendste, aber zugleich auch übersichtlichste Form des Golfspiels ist, wird der Ryder Cup komplett im Matchplay ausgetragen.Zwei Teams spielen Mann gegen Mann (bzw. Zwei gegen Zwei) gegeneinander.

Ryder Cup 1991, Letzte Bahn: Hale Irwin - Bernhard Langer
Spannender, dramatischer kann kein Zählspiel sein. Auch deswegen würden die Pros vieles geben, einmal Teil des jeweiligen Ryder Cup Teams sein zu dürfen und mehr Matchplay spielen als bisher.

Und auch ich Hobbygolfer liebe das Matchplay.
Das ist nochmal ein besonderer Kick. Wenn man mal eine Bahn total verhackt, ist da halt nur eine Bahn. Nicht gleich die ganze Runde. Man hat 18 Chancen und muss das eigene Spiel dem aktuellen Stand anpassen. Geht man in Führung kann man abwartender spielen (muss man aber nicht). Liegt man hinten, muss man mehr riskieren, vor allem je größer der Rückstand und je weniger Bahnen noch zu spielen sind. Die Situation verändert sich quasi ständig und die Komponente Gegner und Spielstand wird viel wichtiger. Wie gesagt, ich mag das. Sehr. Und so habe ich mich auch dieses Jahr angemeldet, für den President´s Prize im Berliner Golfclub Gatow, wo ich Mitglied bin.

Dienstag hatte ich mein Erstrundenmatch im diesjährigen President´s Cup.
Letztes Jahr bin ich in der ersten Runde mit 1down gegen einen Spieler der Seniorenmannschaft ausgeschieden. Dieses Jahr hatte ich erneut einen Spieler der Seniorenmannschaft als Gegner. Und auch der ist einer dieser Spieler, der immer gerade ist. Immer.

Bei uns ist es so, dass es Termine gibt, bis wann man die jeweilige Matchplay-Runde in Eigenregie geplant absolviert haben muss. Und mein Gegner wollte asap spielen. Was ihm nicht ganz so klar wahr: Mein Handicap ist schlechter als mein Spiel und da ich bisher noch kein vorgabewirksames Turnier gespielt habe, wurden mir auf Grund der Vorgaben 15 Bahnen vor gewährt.

Ermittlung der Matchplay-Vorgabe:
Vorgabendifferenz (also die jeweilige Platzvorgabe) multipliziert mit 3 und das Produkt dividiert durch 4

Also:
Mein Gegner hat Hdcp -11,3 (Platzvorgabe 13), ich habe Hdcp -29,3 (Clubvorgabe 33). Macht eine Differenz von 20, die dann multipliziert mit 0,75 ergibt 15 (Bahnen Vorgabe)

Und es kam was kommen musste. Ich gewann mit einem Bogey die 1te Bahn, spielte das Par an der 2 und ging somit mit 2 up auf die 3 und musste mir da schon ein erstes "Handicapschoner“ anhören. Das sichere Zeichen dafür, dass mein Gegner sehr überrascht war. Die 3 haben wir dann genau wie die 4 und 5 geteilt, nachdem ich meinen Putt aus 1.50 Meter vorbei geschoben hatte, während ich dachte:
"Loch den, dann gehst du mit 3 vor auf die 4, dem komischen Par 3 wo alles passieren kann"
An der 4 kam ich tatsächlich bei der vorne rechts kurz gesteckten Fahne in den Bunker (Der Ball war nur 4 Meter im Flug zu kurz...) und teilte mit Bogey das Loch, weil mein Kontrahent einen Chip und zwei Putts brauchte und somit seine erste Chance liegen ließ An der 5 habe ich dann den 3 Meter Putt zum Bogey und damit zu Teilen gelocht und ihm wohl den letzten Zahn gezogen, denn danach begann mein Lauf.
Die 6 (mit Bogey), 7 (Par) und 8 (Bogey) gewann ich jeweils, um an der 9 meinen ersten meinen ersten echten Fehlschlag zu spielen, als ich meinen Zweiten mit dem Holz 3 (ich lag nach dem Drive viel zu weit links und hatte so noch 180 Meter zur Fahne) nur knapp 15-20 Meter nach vorne brachte.
3D Animation - 9te Bahn BGCG Gatow. Auf dem Grün mein 3ter
Aber immerhin weit genug, damit er seinen zweiten vor mir spielen musste. Er lies sein Holz zu kurz und landete in dem Bunker rechts vor dem Grün. Ich schlug meinen Dritten dann mit dem Holz 3 bis auf 4 Meter an die kurzgesteckte Fahne und spielte Par zum Lochgewinn und lag damit 6 auf nach 9. Spätestens da war alles eigentlich durch und sowohl Körper- als auch persönliche Ansprache "Gegen dich habe ich keine Chance, obwohl ich mein Handicap spiele" waren eindeutige Signale. Oft bluffen die Kontrahenten auch nur und wollen einen in Sicherheit wiegen, denn wenn man nachlässt, kann so ein Spiel sehr schnell doch noch kippen.

Bahn 10 teilten wir, obwohl ich meinen Zweiten viel zu riskant spielte und mein Rescue links ins Aus schlug, weil mir danach zwei sehr, sehr gute Schläge inkl. einer sehr guten Annäherung an die Fahne gelang, während er Fehler machte.
An der 11 gewann ich, als mein zweiter 3 Meter neben der Fahne lag, er aber seinen zweiten in den Bunker schlug und mit zwei Bunkerschläge und einem Chip immer noch weiter weg was als ich. Die 12, ein Par 3 spielten wir beide mit Bogey und teilten das Loch. Damit war bereits nach 12 Bahnen und 7 (Vorsprung) und 6 (zu gehen) das Erstrunden-Matchplay wieder zu Ende.

Das ganze hat knapp 2 Stunden 15 gedauert. Und ich hatte das Glück, früh in Führung zu gehen und dann ganz wenig Fehler zu machen. Und wenn ich mal einen Fehler gemacht habe, konnte er kein Kapital daraus schlagen.
Und natürlich hatte ich einen großen Vorgaben-Vorteil, denn mein Kontrahent spielte zwar (fast) seine Vorgabe, während ich meine aber deutlich unterspielt habe. Aber das muss man erst einmal in den Griff kriegen, denn die Nerven sind schon ein wesentlicher Faktor beim Matchplay. Und wenn man hinten liegt, ändert sich so ein Spiel auch ganz schnell, weil man mehr riskieren muss, als dem eigenem Spiel gut tut.

Ja, ich muss zwingend vorgabewirksame Runden spielen, denn ich bin definitiv besser als mein aktuelles Hdcp (50 Nettopunkte waren es am Ende). Aber dennoch muss man erst einmal die Nerven behalten und das Spiel nach Hause bringen. Matchplay ist nämlich auch immer Nervensache. Und wer weiß, wenn mein Gegner seine wenigen Chancen besser (oder überhaupt) genutzt hätte, hätte es am Ende doch nochmal spannend werden können. Doch immer wenn es eng zu werden drohte, habe ich die entscheidenden Schläge gemacht und auch längere Putts versenkt. So stehe ich jetzt in Runde 2 (Achtelfinale) und bin damit einen Schritt weiter als letztes Jahr und freue mich auf meinen nächsten Gegner, der deutlich jünger ist als ich. ich freue mich schon jetzt sehr darauf, denn neues Spiel, neues Glück!

Bis dahin werde ich hfftl. auch mein Handicap verbessert haben, auch wenn das meine Chancen sicherlich nicht verbessern wird. Aber ich will die gerechtesten Vorgaben, denn das zeichnet Golf am Ende aus, bei allem Wettkampf geht es immer um Fairness.

Und wer Matchplay im TV sehen will, kann das bereits am nächsten Wochenende (17.05-20.05) bei den Volvo World Match Play Championchips in Casares, Andalusien, wenn dort 24 der besten Golfer der Welt (u.a. auch Martin Kaymer) an den Start gehen werden.


Nur Golf bei:



Freitag, 24. Februar 2012

Golf, Olympia und alles auf Neufang

Golf wird ja 2016 wieder olympisch
Und damit einher gehen auch Änderungen im System des DGVs. 
Stützpunktförderung und strukturelle Anpassungen, u.a. die Änderung des Wettspielsystems im Mannschaftsbereich.

Aktuell werden die Mannschaftswettbewerbe an einem einzigen Wochenende und im Match Pplay-Modus ausgetragen. Jetzt kann man sagen, dass sei ungerecht, weil stark Tagesform abhängig.
Andererseits ist genau dieses Match Play das was beim Ryder-Cup hunderte Millionen von Zuschauern begeistert und dieses Wochenende bei den WGC Accenture Match Play Championchip, wie jedes Jahr, für Aufsehen sorgt. Wenn die PGA und die European Tour könnten, würden sie wohl die meisten Turniere auf Match Play umstellen, denn diese Wettbewerbsform ist deutlich spannender und lässt sich auch viel besser übertragen und vermarkten. Match Play ist eben ein Pokalwettbewerb mit dem altbewährten KO-System.
Siegen oder Fliegen.
Und er zwingt die Spieler zu Höchstleistungen wie man in diesem Video von den Matchplay Championchips sehr schön sehen kann (klick mich).
Dieses Jahr steht Martin Kaymer erneut unter den besten 16 Spielern. Wir wollen mal dei Daumen drücken, dass er am WE auch noch dabei sein wird!

Back zum Thema
Bisher ist es beim DGV Ligen so, dass alle Ligen (von der 1. Bundesliga bis zur Landesliga) an einem (in der Bundesliga bis zu 4 Wettspieltage langem) Wochenende ihre Meister, Auf- und Absteiger ermitteln. Und grundsätzlich spielen alle im spannenden und von den (meisten) Spielern geliebten Match Play Modus.

Jetzt aber sagt der DGV er müsse das ändern, weil ja Golf jetzt Olympia und DSOB und so.
Man müsse ein echten Ligabetrieb etablieren.
In der Bundesliga ist es 2012 zum letzten Mal so, das an dem Donnerstag die Spielerinnen im Zählspiel eine Mannschaftsrangliste erspielen. Auf Basis dieser 8er Setzliste treten die 8 Mannschaften ab Freitag im KO-System (Einzel- und Matchplay) gegeneinander an. 
Dabei spielen die Teams in der am Donnerstag erspielten Setzliste, also 1 - 8, 2 - 7, 3 -6,  4 - 5. Eine Partie sind jeweils drei Vierer und 6 Einzel. Die Sieger spielen dann die Halbfinals (Samstag) und die Finalisten (Sonntags) aus, während die Verlierer der ersten Runde in einer Abstiegsrunde am Samstag die beiden Absteiger ermitteln. 
Gerade Match Play hat häufig dafür gesorgt, dass auch die Außenseiter gewinnen konnten. Und das vermeidlich „große“ Clubs empfindliche Niederlagen einstecken mussten, so wie die Damen des Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee e.V., die 2011 als Titelverteidigerinnen antretend, am Ende in Liga 2 absteigen mussten. 
Obwohl man rein von den Handicap-Vorgaben der Spielerinnen einer der Top-Favoriten war. 

Das Fokussieren auf ein einziges Wettspiel-Wochenende ermöglichte den kleinen Clubs eine Teilnahme, denn die Kosten für ein Wochenende sind andere, als für 5 Wochenenden. 
Aber das alles wird jetzt unter dem Vorwand "Olympia" vom DGV geändert. 
Die Mannschafts-Wettbewerbe werden ab 2013 nicht mehr an einem Wochenende ausgetragen, sondern es wird einen Ligawettbewerb geben, in dem jeweils (im Beispiel Bundesliga) fünf Mannschaften in einer Staffel (jeweils Nord und Süd) an 5 Spieltagen (jede Mannschaft ist einmal Gastgeber und muss viermal reisen) gegeneinander im Zählspiel antreten.  Und nur im Zählspiel.
Sportlich wird das ganze wahrscheinlich sogar etwas fairer, weil man den Faktor Tagesform besser kontrollieren kann. Aber es wird auch eindeutig weniger spannend.

Der Wettbewerbsmodus Matchplay, der gerade schwächeren Mannschaften eine Chance bot, wird komplett eliminiert. 

Das System wird wirtschaftlich und auch zeitlich deutlich aufwendiger für die Clubs, denn das bedeutet zukünftig viermal Reisekosten, da man ja vier Auswärtsspiele (und ein Heimspiel) ausrichten muss. Das Ganze wird für die kleinen Clubs eigentlich nicht mehr zu bezahlen sein. Wer Erster oder Zweiter in seiner Gruppe wird, muss/darf dann noch zum Finale. OK, das spielt jeder gerne. Aber das kostet auch nochmals Zeit und Geld.

Ich finde diese Systemumstellung schade, weil unnötig, denn gerade der Match Play (siehe Ryder Cup) und Wettkampfmodus war immer besonders spannend. Die Spieler sind ohnehin als Individualsportler ständig in irgendwelchen Wettkämpfen (30 Turniere pro Jahr und mehr) am Start und müssen das eigentlich nicht auch noch zusätzlich im Teamwettbwerb sein. 
Die Clubs, die jetzt deutlich höhere Budgets für ihre Mannschaften aufbringen müssen, werden sich überlegen müssen, ob sie überhaupt noch leistungsstarke Mannschaften aufstellen wollen und können.

Am Ende wird es in ein paar Jahren darauf hinauslaufen, dass die Clubs, die ohnehin viel Geld haben, auch alle Bundesligaplätze belegen und die besten Spieler/-innen bei ihnen aufteen. Der Spitzensport wird auf wenige Stützpunkte fokussiert, während der breiten Masse in den Vereinen die Vorbilder entzogen werden. 
Das finde ich sehr bedenkenswert, gerade auch im Sinne Olympias:
"Dabei sein ist alles!"



Nur Golf natürlich auch bei