Das der Golfsport hierzulande an mangelnder (medialer) Aufmerksamkeit
leidet, hat wohl viele Gründe. Wenn selbst große sportliche Erfolge wie der USOpen Sieg oder Der Sieg beim Players von Martin Kaymer, die zahlreichen Siege (inkl. Gesamtsieg, zwei Majors etc) von Bernhard Langer auf der Champions Tour oder jetzt der Sieg von Marcel Siem
beim BMW Masters in Shanghai (und immerhin 1,666 Mio Preisgeld) nirgendwo Erwähnung
finden, daran haben wir uns ja schon gewöhnt. Und von den gänzlich unerwähnt bleibenden
Damen auf der LPGA und Ladies European Tour ganz zu schweigen.
Leicht übertrieben |
Ja, es gibt in letzter Zeit zahlreiche Ideen, wie man den
Sport attraktiver und vielleicht auch schneller machen kann.
Dazu gehört das Anpassen der Regeln (und vereinfachen), aber
auch das erleichtern der Zugänge und das ggf. kostengünstigere Zugänge zum Spiel. Das
alles sind gute Ideen, die überwiegend in den USA erdacht wurden. Dem Land, von
dem es lange hieß, es sei das Golfparadies.
Mehr Golfplätze und Golfshops als dort
gibt es wohl kaum irgendwo sonst.
Aber auch die Amerikaner haben Probleme.
Dort nähert man sich von der anderen Seite dem
Problem. Dort bleiben die Massen weg. Es gibt zu viele Plätze, für immer weniger Spieler. Viele Betreiber können die Kosten nicht mehr auffangen. Die Leute strömen nicht mehr so zahlreich auf den Platz, trotz zahlreicher Golfübertragungen und einem eigenen
Golf-Channel, der 24 Stunden am Tag Golf zeigt (ich will das hier auch
empfangen können). Das liegt auch ein wenig an dem sportlichen Problemen, die ein Tiger Woods hat, denn der hat die Massen mitgezogen. Sowohl was Einschaltquoten, aber auch das eigene Spielen angeht. Das ist bei uns vergleichbar mit Tennis und Boris Becker. Als der erfolgreich war, blühte der Sport auf. Als er seine Karriere beendete, war schnell wieder Schluss.
Das alles spricht dafür, dass man mit mehr Medienaufmerksamkeit
sicherlich mehr Menschen dafür begeistern kann, aber es hilft nicht wirklich,
die Leute beim Sport zu halten. Das ist aus deutscher Sicht dann eher ein
Luxusproblem.
Ich war gerade zwei Wochen in Florida.
Ja, ich kann
bestätigen, dass es an jeder Ecke tatsächlich (noch) einen Golfplatz gibt. Und dass die dort mehr
Golfläden haben als wir Golfplätze ist ebenfalls richtig.
Dort zahlt man übrigens mit dem Greenfee auch automatisch das Cart
mit, denn Cartfahren ist (zumindest in Florida) offensichtlich Pflicht.
Der Hauptgrund dafür liegt dabei eher nicht am warmen Wetter, sondern es dürfte
dabei um die so stark verkürzte Spieldauer gehen. Golfrunden von 2,5 Stunden
sind dort dank Cart die Regel. Zweieinhalb Stunden, für 18 Loch.
Und nein, die Kosten dafür sind nicht höher. Im Gegenteil.
Die Plätze sind eindeutig günstiger als bei uns. Und das im 1-1-Verhältnis Dollar-Euro
und dann sogar inkl. Cart.
Was hinzukommt: Man hat (zumindest bei den meisten Plätzen)
flexible Greenfees, die je nach Wochentag und Tageszeit deutlich unterschiedlich
sind. Das heißt, die Clubs passen die
Preise dem Bedarf bzw. der Verfügbarkeit an. Da kann schon mal 20 $ Unterschied
an einem Tag ausmachen. Auf demselben Platz. Und das bei einem teuren Fee von
50$.
Klar gibt es dort auch die elitären Privatplätze. Klar gibt
es dort auch deutliche Preisunterschiede zwischen privaten und öffentlichen
Clubs.
Aber es gibt halt mehr Optionen.
Was ich sagen will: Alles ist darauf ausgerichtet, den Sport
schneller zu machen (was hierzulande ja auch alle fordern) und gleichzeitig die
Anzahl an maximalen Startzeiten zu erhöhen. Halbe Rundenlängen bedeuten
übrigens auch doppelte Anzahl an Startzeiten und Greenfeeeinahmen. Das nur mal
am Rande
Und kommt mir nicht mit: „Wenn ich Cart fahre, ist das gar
kein Sport mehr“
Ich persönlich gehe joggen, wenn ich „Laufen“ will. Und wer
von uns trägt den sein Bag wirklich noch, obwohl jeder Arzt sagt, dass sei
Wahnsinn?
Aber selbst wenn:
Ich würde viel lieber Cartfahren, als Golflöcher zu
bespielen, die einen Durchmesser von 50 cm haben. Der Kick besteht doch gerade
darin, dass man diese Kugel in dieses viel zu kleine Loch bekommen muss. Mir
gefällt außerdem der Gedanke, dass ich eine Runde in knapp 3 Stunden (inkl.
Einschlagen etc.) absolvieren kann. Obwohl der Platz voll ist.
Wenn dann
das Greenfee auch noch sinkt,
weil mehr Startzeiten verkauft werden, kommt mir
das auch entgegen. Aber selbst wenn es nur nicht teurer wird, ich dafür zusätzlich
aber ein Cart bekomme, wäre das schon eine deutliche Verbesserung.
So oder so: Es muss mehr getan werden. Am Komfort, dem Zugang, den regeln und allem. Es mag ein sehr alter Sport sein, doch die Dinosaurier sind ausgestorben, weil sie sehr alt waren und sich nicht an den veränderten Anforderungen anpassen konnten.
Nur Golf findet man natürlich auf
Tja, so ist das wenn Kapazitäten einen Plan haben aber nicht jeden mit ins Boot holen wollen. Golf ist eben in Deutschland nur für die besser verdienenden und Rentner (gutbetucht natürlich).
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rebel