Montag, 1. Oktober 2012

Helden? Nein, Legenden



Im Sport ist es so, dass wir die Sieger feiern und dabei die Verlierer gerne vergessen, so wir sie nicht gar mit Häme überschütten. Und dann gibt es aber auch diese Momente, die keine Siege sind, sondern fast schon Wunder. Keine klaren Favoriten-Startziel-Siege, sondern die Dinge die vorher unmöglich schienen. Spiele, die längst verloren schienen und dann doch noch gewonnen wurden. Spiele, in den der Aussenseiter keine Chance hat und die aber nutzt. Im Fußball haben wir davon dutzende gesehen, je nach Verein mal mehr, mal weniger.
Im Golf sind es aber immer nur ganz wenige Augenblicke, denn Golf ist eine Individualsportart, in der es normal ist, wenn Außenseiter gewinnen. Die Leistungsdichte ist so enorm hoch, dass wirklich fast jeder Teilnehmer an den Turnieren auch immer eine Chance hat, diese zu gewinnen. Diese Turniere sind halt Tagesform abhänging, in vier Tagen zählt es. Dazu der Zählspielmodus, der macht die Sache für die Zuschauer nicht einfacher im Verfolgen, bzw. schnell fokussiert sich das Geschehen auf einige wenige Spieler.. Doch das alles ist ganz anders beim Ryder Cup.
Dort zählen keine Namen. Dort kann man eine schlechte Bahn wieder ausgleichen. Dort spielt man nicht für sich, sondern für den Ruhm und die Ehre. Fürs Team, und für sein Land. Und genau so entsteht dann dieses einzigartige Event, diese einzigartige Stimmung. Ryder Cup ist Matchplay. Ryder Cup ist KO-System in dem nur der Sieg zählt, in jeder Runde, in jedem Flight, jeden Tag aufs Neue.
Ryder Cup ist einzigartig. 
Und schreibt jedes Mal neue Geschichten. 
Und manchmal ........->

werden halt Helden geboren. 
So wie beim diesjährigen Ryder Cup im Medinah Country Club, Chicago, Illinois.
Die 12 besten europäische Spieler traten gegen die 12 besten amerikanische Spieler an. Als Team, in einem Teamwettbewerb. Es geht nicht um Millionen Prämien, sondern um Ruhm und Ehre. Ein "nur" wäre nicht angemessen, denn es geht um den Ryder Cup. Im Golf so etwas wie der WM Pokal. Alleine dabei zu sein ist eine Ehre, ihn zu gewinnen unbezahlbar. Alle zwei Jahre, eine Woche im Spätsommer ist es so weit. 
Amerika gegen Europa.

Aber der Ryder Cup ist mehr als diese eine Woche im Herbst alle zwei Jahre. Er beginnt schon viel früher, wenn die Golf-Plätze benannt und die Startplätze ausgespielt oder per Wildcard vergeben werden. 
Wenn die Teamcaptains benannt sind und die Promotionmaschine anläuft.
Tee1 Der Wahnsinn! Gänsehaut pur!


Der emotionale Höhepunkt beginnt am Abschlag an der 1, wenn zig tausende Fans ihr Land anfeuern, als sei man beim WM-Finale und nicht beim Golf. Wenn dort gestandene Spieler vor Aufregung und Anstrengung die Knie schlottern. Und von Schlag zu Schlag steigt die Spannung, die ihre Erlösung erst findet, wenn es einen Sieger gibt. An jeder einzelnen Bahn (Lochspiel halt), in jedem einzelnen Match und im Gesamtvergleich. 
 Es gibt 8 Vierer pro Tag, an zwei Tagen (Freitag und Samstag) jeweils vier klassische Vierer (abwechselnd schlagen zwei Spieler eines Teams den Ball bis er im Loch ist) und vier Bestball Vierer (jeder der zwei Spieler eines Teams spielt seinen eigenen Ball, gewertet wird der bessere pro Loch im Vergleich zum gegnerischen Team). 
Die Zusammenstellung der Paarungen wird immer ganz geheim gehalten und kurzfristig bekannt gegeben. Man muss nicht alle Spieler aufstellen, sondern sucht sie die vermeidlich besten Spieler pro Paarung aus. Team USA hatte immer die gleichen 6 Paarungen, während Europa ständig die Paarungen durchwechselte .
Am Sonntag stehen dann die 12 Einzel auf dem Kalender, bei dem alle 12 Spieler der Teams spielen. Der Spielstand wechselt dabei ständig, da auch die Paarungen ständig anders stehen. Mal sind die einen vorne, mal die anderen. Am Samstag sah es zwischenzeitlich sogar nach einem 11,5-4,5 für USA aus, es wurde ein 10-6. Nur, aus amerikanischer Sicht. Viel zu großer Abstand, dachten die Europäer.


 
Team Cpt Davis Love III mit USA-Ehren-Co-Captain Michael Jordan und Co. Capt. Fred Couples.

Das Pendel der Führungen schlägt permanent aus, so wie am Freitag, als die Europäer gut begannen, dann aber im klassischen Vierer mit viel Mühe ein 2-2 in die Mittagspause bringen konnten, weil die Amerikaner einfach heiß waren. Und immer heißer liefen. Die Stimmung stieg und die amerikanischen Putts fielen reihenweise. 
Diametral entgegengesetzt dazu das Spiel und die Stimmung der Europäer. Dort fiel wenig, Chancen wurden vertan und das Glück war auch nicht wirklich europäisch bei den Vierern. Doch bekanntlich gleicht sich das ja im Laufe eines Wettkampfes alles immer aus. Und im Golf sowieso. Gerade noch denkst Du: "Super!", Zack, ist alles anders (und umgekehrt).

Spieler hervorzuheben oder zu kritisieren wäre nicht wirklich angemessen, bei so einer Veranstaltung, doch am Samstag stach, neben dem MR-Ryder Cup- Ian Poulter aus europäischer Sicht das Debüt des jungen Belgiers Nicolas Colsaerts hervor, der einen neuen Rookie-Ryder-Cup-Rekord mit 8 Birdies und einem Eagle und damit 10 unter für die Runde in seinem Bestball-Vierer aufstellte und so mit Lee Westwood (der nicht viel tun konnte) den einzigen Punkt am Nachmittag im Bestball für Europa holte. Bei den Amerikaner war das genau umgekehrt. Es fiel niemand negativ auf. Bis auf Tiger Woods, der teilweise so schlecht spielte, dass im Internet schon gewitzelt wurde, er sei bester Europäer.
Nachdem er an der Seite von Steve Stricker auch seinen zweiten Vierer (Bestball) verlor und seine schlechte Ryder Cup Vierer-Statistik weiter ausbaute, wurde er am Samstagvormittag erstmals bei einem Vierer im RYder Cup nicht eingesetzt. Ein Novum, denn bisher wurde hat Woods immer in einem Vierer angesetzt, wenn er für den Ryder Cup nominiert war. 

Aber das war eine kluge Entscheidung und Team USA schien nun noch schneller auf eine eindeutige Vorentscheidung zu drängen. Als man bereits 10-4 vorne lag und die letzten beiden Bestball-Vierer auf Messersschneide standen, retten die Europäer Luke Donald/ Sergio Garcia ihren zwischenzeitlich klaren Vorsprung von 3 up noch mit 1up ins Ziel, nachdem Tiger Woods ab der 9 beschloss, doch noch mit zuspielen und wirklich herausragend spielte. Doch je enger es wurde, desto besser wurden auch Luke Donald und Sergio Garcia. Die beiden gewannen am Ende verdient und stellten auf 10-5. Den Abschluss bildeten etwas überraschend Rory McIlroy/ Ian Poulter gegen Jason Dufner/Zach Johnson. Die Europäer sahen anfänglich auch eher wie eine klare Niederlage aus, doch sie hatten Ian Poulter, der 5 Birdies auf den letzten 5 Löchern spielte und so doch noch den sechsten Punkt für Europa holte.
Doch auch ein 10-6 vor den Einzeln schien ausweglos. 

So einen Vorsprung hatte Team Europa in den Einzeln noch nie aufgeholt und die Amerikaner sahen sehr entschlossen aus, trafen viel Bälle und noch mehr Putts. Keegan Bradley, Webb Simpson schienen unbesiegbar, Phil Michelson ist ohnehin eine Macht im Ryder Cup. Und 4,5 Punkte aus 12 Einzel sollten locker drin sein für Team Amerika. 
US Open Sieger Webb Sipnson, der Freitag und Samstag herausragend spielte

Davis Love III sagte hinterher zur Ansetzung der Paarungen im Einzel:  
"Es schien uns egal, wer wann spielt." Klingt überheblich, spiegelte aber auch die unfassbare Überlegenheit der Amerikaner wieder. Aber das so ein Rückstand auch Motivation sein kann, sah man den Europäern an, die in Gedenken an Seve Ballesteros in Marineblau und mit seinem Bild auf dem Arm spielten.

Und sie taten das mit Passion. Und mit allem was sie hatten. 

Captain Jóse Maria Olazábal tat das einzig richtige und schickte seine vermeidlich besten Spieler am Anfang ins Rennen, um das Momentum der Amerikaner zu stoppen und vielleicht sogar in in positives Momentum für Europa zu verwandeln. Und die Europäer spielten unglaublich auf, fast wie ausgewechselt. Was man nach den Bildern am Freitag und Samstag für schier unmöglich hielt trat ein. Die Europäer trafen Grüns und Putts, die Amerikaner taten sich schwer und schwerer. Das Bubba Watson an der 14 eigentlich schon geschlagen, nochmal ins Rennen kam, lag eher an der Nachlässigkeit von Luke Donald, der sich seines Sieges sicher, zwei Chancen ausließ und Bubba Watson sogar bis zur 17 ließ, bevor er ihn 2 und 1 schlug.
Die aktuelle Nr 3 der Welt, Luke Donald besiegt Mastersieger Bubba Watson 2&1
Hinter Donald spielten Justin Rose gegen Phil Michelson und Ian Poulter gegen Webb Simpson unfassbares Golf. Also alle Vier. Spannend und spannender. Und das nur in emotional aufgeladener Ian Poulter den wie entfesselt aufspielenden Webb Simpson stoppen konnte, war nicht verwunderlich. Und er tat es mit der ihm ganz eigenen Ryder Cup Mentalität. Wenn es einen Mr. Ryder Cup gibt, ist es Ian Poulter für mich
Mr. Ryder Cup himself - Ian Poulter
Und wenn ich mir etwas wünschen darf. Egal wie er sich 2014 qualifiziert, er muss dabei sein. Zur Not erneut über eine Wildcard. Ryder Cup ist nicht immer nur sportliches Können. Es ist Glaube, Siegeswillen, Mut und ein unbändiger Willen. All dies hat Ian Poulter erneut gezeigt. Er selber sagte hinter:
"Ich hätte jetzt gerne 2 Jahre Urlaub bis zum nächsten Ryder Cup 2014! Dann spiele ich wieder!"

Genau unfassbar spielte auch Justin Rose. Der sonst eher zurückhaltende Engländer wuchs sportlich und emotional über sich hinaus. Als er an der 15 eigentlich schon fast 2 dn liegen musste, konterte er. Als Phil Michelson an der 17 mit einem genialen Chip das geschenkte Par spielte, schien maximal ein AS möglich, doch Rose lochte den Monsterputt an der 17 aus 14 Metern und holte sich dann sogar noch den Sieg mit einem Birdie an der 18. Unfassbar.
Justin Rose, wie man ihn sonst kaum kennt


Das Rory McIlroy fast zu spät kommend, weil er die Zeitzonen verwechselte und daher keine Range Session hatte, sah man die ersten Bahnen, als er kein Green in Regulation traf  dennoch hielt er seinen Kontrahenten Keegan Bradley in Schach. Immer wenn der Amerikaner, der in den Vierern unglaublich aufspielte, aufkam, wurde er von Rory McIlroy ausgekontert. Die Nummer 1 der Welt wurde stärker und selbstbewusster und holte am Ende mit Fünf unter für den Tag einen weiteren Punkt für Europa
Die Nummer  1 der Welt, Rory McIlroy - Im Einzel deutlich stärker als in den Vierern

Im Jubel ging der Sieg des eher leisen Paul Lawrie, der den frisch gekürten 10 Mio Dollar Sieger Brand Snedeker eiskalt mit 5 und 4 nach Hause schickte fast schon unter, dabei spielte Lawrie unglaubliches Golf und machte weiter Boden für Team Europa gut. Allerdings spielte Snedeker auch unfassbar schlecht und scorte 5 Bogeys. Viel zu viel gegen den Schotten im Team
.
Paul Lawrie, Golfgott

Das ein Peter Hanson, 4dn nach 8, noch an die 18 kam, dort aber denkbar knapp gegen Jason Dufner verlor, dass ein Nicolas Colsaerts das Longhitterduell gegen einen starken Dustin Johnson durch ein paar unglückliche Momente (u.a. an der 10, als er zum Lochgewinn puttend, das Loch gar noch abgab) verlor, dass Mister zuverlässig Zach Johnson den Nordiren Graeme McDowell durchgängig beherrschte, war bei dessen Leistungen dieses Wochenende nicht überraschend. All das sprach eine klare Sprache pro Amerika. Zwischenzeitlich stand es projected 16,5 zu 11,5 für Team USA.
Doch je kleiner der Abstand wurde, desto leiser wurden die amerikanischen Fans und desto lauter die Europäer. Die unfassbaren Zuschauermengen (40.000 pro Spieltag) säumten jede Spielbahn. 
3.000 Europäer sollen es pro Tag gewesen sein! Ein unfassbarer Support. Ole, ole, ole!!!

Jedes Fairway und jedes Grün. Der Druck stieg. Bei allen Spielern und dennoch wurde deren Spiel besser und besser. Die, von denen man es nicht erwartete zeigten jedoch Nerven. Jim Furyk und Steve Stricker wurden extra per Wildcard wegen ihrer Erfahrung nominiert, doch Jim Furyk scheiterte am Ende an sich und seinen Nerven, aber auch an einem sehr starken Sergio Garcia, der wirklich die Passion zeigte, die man von ihm kannte. Der einfach in den entscheidenden Momenten eiskalt blieb, aber halt auch von einigen schlechten Putts Furyks partizipierte. Als Matt Kuchar dann gegen die ehemalige Nummer Lee Westwood mit 3-2 verlor stand es erstmals 13-13. 
Und die letzten beiden Flights waren unterwegs. 
Was musste er für Druck aushalten! Captain Jóse Maria Olazábal!

Francesco Molinari spielte dabei im letzten Flight, in einer Neuauflage von 2010, gegen Tiger Woods. Molinari spielte gut, aber Tiger kam trotz birdiefreier Runde immer wieder auf AS. Es schien so, als ob Martin Kaymer es würde richten müssten. Ausgerechnet Kaymer, der sich gerade so noch direkt qualifizieren konnte. 
Ausgerechnet Martin Kaymer, der ohne direkte Qualifikation sicherlich keine Wildcard bekommen hätte, spielte nun im vorletzten Flight gegen Steve Stricker um den Sieg. Und das nachdem er, genau wie der Schwede Peter Hanson nur ein einzigen Vierer spielen durfte. Gegen Steve Stricker, der wegen seiner unglaublichen Ruhe und weil er einer der beste amerikanische Putter war, eine Wildcard von Davis Love III bekam. 
Steve Stricker hatte jedoch gemeinsam mit Tiger Woods auch alle seine drei Vierer verloren. Und so wundert es wohl niemanden, dass beide eher mittelmässig spielten, doch je länger die Partie andauerte, desto mehr kam der alte Martin Kaymer zurück. Der Martin Kaymer, der vor zwei Jahren das PGA Championship gewann. Aber es war auch etwas Neues in seinem Spiel. Etwas für ihn eher sehr ungewohntes. Emotion. 
Und die trieb ihn an und er schaffte es immer wieder in Führung zu gehen. Als er dann an der 17 erneut 1up ging war der halbe Punkt sicher. Und sicherlich war das schon mehr als jeder erwartet hätte. Vorher. 

Doch ein halber Punkt konnte auch zu wenig sein, nämlich dann wenn, Francesco Molinari noch verlieren sollte. Als Kaymer dann an der 18 eine Draw spielen musste, mit dem er seit Jahren seine Schwierigkeiten hat, zog er den Drive rechts in den Bunker. Der Ball lag sauber. Und sein Caddie sagte ihm scheinbar, dass er den Ball nur aufs Grün spielen muss, denn bei der aktuellen Fahnenposition war ein Birdie (und Stricker musste eines spielen) fast unmöglich. Martin Kaymer schlug seinen Ball, der fast auf dem Green aufkam und Mitte Grün landete. Als Steve Stricker seinen Annäherung darauf hin hinten ins Grün spielte, war klar, zwei Putts sollten Kaymer reichen. Zeitgleich verlor Francesco Molinari die 17 und lag 1dn. Und Strickers erster Putt war drei Meter zu lang.
Martin Kaymer bekam also seine zwei Putts zum Teilen des Lochs und damit zum Match- und Ryder Cup Gewinn. War er ein paar Stunden vorher noch eher der Looset, musste er es jetzt richten. Ausgerechnet er. Von den amerikanischen Kameras verschmäht wurde jetzt mitten in den Fokus gebeamt. Alles lief bei ihm zusammen. 

Die ganze Welt schaut auf Dich und du musst es jetzt machen. In diesen Momenten werden Helden geboren und Tragödien geschrieben. Und genau diese Momente zeigen, ob du ein guter oder ein großer Sportler bist. Und als der erste Putt 1,50 zu lang war, stockte wirklich allen der Atem. Noch mehr als Stricker lochte und Kaymer jetzt diesen Putt machen musste. 

Held oder Looser
Und die ganze Welt guckt zu. 
Eine unglaubliche Aufholjagd steht vor ihrem Höhepunkt. Hollywood könnte es nicht kitschiger schreiben, Sport kann nicht spannender und mehr auf den Punkt sein. Vielleicht ist diese Situation vergleichbar mit dem entscheidenden Elfmeter, doch da spielt Mann gegen Mann. Bei diesem einen Putt geht es um Dich, um diesen kleinen weißen Ball und das 10,3 cm große Loch. Und um den Ruhm und die Ehre. Die Arbeit eines ganzen Teams fokussiert sich auf diesen einen Ball. Ein Putt, der so schon nicht hundertpozentig sicher ist.
 
Nur Golf hatte vor dem Start des Ryder Cups  bei Facebook gefragt
"Wen wollt ihr am Putter sehen, wenn sich alles auf diesen einen, letzten Putt fokussiert?"
Und die Antworten waren meistens Ian Poulter, einige sagten  Luke Donald. Niemand sagte Martin Kaymer. Und jetzt steht der Deutsche da. Nach diesem schweren Jahr. Alle Last lastet auf diesem Ball. Macht er ihn nicht, wird es nicht einfacher für ihn…
Das ist es. Unfassbar!
Dass er ihn macht und wie er ihn macht, sagt alles über den Sportler Martin Kaymer aus. Das nach dem Siegespunkt von Kaymer auch Francesco Molinari noch seinen halben Punkt holte und Europa am Ende sogar 14,5 - 13,5 gewinnen konnte, ist Stoff für Filme, Bücher. Und es das Ergebnis eines sportlichen Wettkampfes, der immer voller Passion geführt wurde. Bis zum allerletzten Ball.
Dass es so weit kommen konnte ist einem herausragendem Team Europe, einem herausragendem Team USA und unfassbaren sportlichen Leistungen der besten Golfer der Welt zu verdanken. Und dieses Ereignis sollte uns eine Lehre sein, niemals aufzugeben. Wenn du etwas mit Leidenschaft, absoluten Willen und aller Konzentration tust, kannst du es schaffen.
Martin Kaymer in den Armen von Sergio Garcia bejubelt von Rory McIlroy - Mehr Europa geht nicht!
Das Team USA wollte den Sieg bestimmt genauso. Mit der gleichen Hingabe und dem gleichen Können. Am Ende sind es aber Kleinigkeiten die 28 Spiele entscheiden und in der Summe  sind es Nuancen, die den Aussachlag gegeben haben. Den Respekt haben sich alle Spieler verdient. Auch für den Umgang miteinander. Immer emotional und dennoch sportlich fair. Immer fokussiert, aber nie ungerecht. 
Danke Team USA, Danke Team Europe. 
Das war Werbung für den Sport, wie sie besser nicht sein kann.


Ich freue mich schon jetzt auf
 http://www.europeantour.com/rydercup/tickets/index.html


Kommentare:

  1. Vermutlich werden wir nie erfahren, ob Olazabal bei den Ansetzungen wirklich damit gerechnet hat, dass Kaymer und Molinari am Ende des Tages das Ding schaukeln müssen oder ob er mit den frühen Ansetzungen der anderen einfach ein wenig Ergebniskosmetik betreiben wollte.
    Ich denke, er weiß es heute selbst nicht mehr so genau welche Eingebung es war, aber am Ende war es die absolut richtige!

    Auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass kein einziger Mensch auf diesem Planeten auch nur im entferntesten daran gedacht hat, dass eine der zahlreichen Einblendung mal lauten wird: "Kaymer to retail Ryder Cup"

    Aber nicht nur Martin, alle Europäer haben gestern gezeigt, aus welchem Holz sie geschnitzt sind, dass sie sich mit aller Macht gegen die Niederlage stemmen und welchen Stellenwert der RC und der Golfsport für sie hat.

    Dass es am Ende der vielgescholtene Martin Kaymer war, der den Sack zu gemacht hat setzt dem ganzen Märchen nur noch die Krone auf.

    Jetzt ist er Major-Sieger, ehemalige Nr. 1 der Welt und zweifacher Ryder-Cup-Sieger, einmal sogar in entscheidender Position.
    Soll noch einmal jemand sagen, der kann nix:-G

    Aber auch alle anderen muss man erwähnen, auch und insbesondere Paul Lawrie, der den FedEx-Cup-Sieger demontiert hat, was ihm vorher auch keiner (einschließlich mir) zugetraut hat.

    Das alles ist einfach Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn.

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  2. Auch wenn der Freitag und Samstag eher Langweilig waren was die Spannung angeht, hatte ich doch für den Sonntag schon mit einem klaren Sieg der Amerikaner gerechnet.
    Ihre Dominanz der letzten Jahre, was die Einzel angeht, hat sich zum Glück für Europa nicht bewahrheitet.
    Ich fand es erstaunlich, das die Fans am Sonntag so zurückhaltend waren - da war man ja von den Vortagen anderes gewohnt.

    Was uns da an Spannung geboten wurde, kann man nicht beschreiben - so was muss man sehen und noch besser Erleben - ich sollte mir gleich Karten für Geneagle sichern.
    Was für ein Kampfgeist und was für super Golf gespielt wurde - von beiden Seiten.

    Auch ich gehöre ja zu den Kaymer Kritikern aber das er gestern das Einzel so gespielt hat - saubere Leistung.

    Als besten Spieler würde ich Ian Poulter sehen. Der gehört einfach in so ein Team. Emotional und mitreißend, so das er die anderen Spieler mitnimmt.
    Auch der Rockie Colsaerts hat sich meines Erachtens super geschlagen und war verdient dabei. Allein die vielen ausgelippten Bälle, davon kann man ja ein Trauma davon tragen.

    bis denne
    rebel

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  3. ich entnehme euren Kommentaren, dass es euch so wie mir geht.
    Tausend Gedanken, tausend Dinge die man diskutieren will und am Ende bleibt ein Fazit:
    Wahnsinn!
    Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich Bilder sehe oder nur daran denke.
    Ole, ole, ole!
    Und es sind noch unfassbare 723 Tage bis Gleneagles 2014...

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  4. Ja, du hast recht. Vor allem der letzte Tag war der blanke Wahnsinn an Spannung. So was kann man nicht überbieten.

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