Freitag, 2. November 2012

Stark, Stärker, Hammer - Meine Top 3 Golfplätze 2012



Bei dem Wetter mag man gar nicht an Golfen denken. Da sind wir Deutschen (leider?) etwas anders drauf als die Briten insbesondere die Schotten. OK, bei denen ist das Wetter wie das Bier. Deutlich ausbaufähig…
Dafür sind sie aber halt auch härter im Nehmen, wenn es ums Golfen bei schlechtem Wetter geht. Und sie sind auch deshalb härter im Nehmen, weil ihre berühmten Links-Courses deutlich anfälliger für jede Wetterform, insbesondere des Windes sind. Ich persönlich mag Parklandkurse, auch weil sie immer schön anzusehen sind. Meine Top 3 Golfplätzes des Jahres 2012, die ich dieses Jahr selbst gespielt habe, sind von der grundsätzlichen Anlage her eher offene Kurse, mit viel Wasser, noch mehr tiefes Rough und anderen typischen Championship-Course Hindernissen.

Here they are, meine

Top 3
Golfclub Motzen
Der Golfclub Motzen wäre, wenn er nicht so weit weg von Berlin wäre, einer meiner absoluten Hotspots. Man wirbt zwar selbst mit "15 km von Berlin entfernt", auf der clubeigenen Website (wenn die mal nicht gerade wieder gehackt wurde und als virusgefährdet nicht anklickbar ist). Das mag in Sachen Luftlinie stimmen, aber am Ende bleibt doch immer eine ganzschöne Fahrerei raus nach Motzen. Auf einer dieser BABs, die ständig Stau melden... 
Vielleicht war auch das einer der Gründe, warum die Gründer-Idee Golfplatz-Stamm-Aktien gemeinsam mit Immobilien zu verkaufen seinerzeit nicht geklappt und der Platz vor der Pleite stand.
Es bleibt leider fast immer eine gute Stunde Anfahrt, die ist dann doch vielen zu lang. 
Leider, denn der Platz ist wirklich toll. 
War er schon immer und mit dem Alter wird er sogar noch besser, weil die Bäume inzwischen Bäume sind und alles sehr gewachsen aussieht. Der Platz ist ein echter Championship-Course und für jeden Golfer eine echte Herausforderung. Das Rough ist schwer, das Schilf ist hoch und die Fairways sind eher eng. Dafür sind die Grüns zwar größer, aber auch deutlich onduliert und eigentlich immer sehr gut verteidigt.
Grün der 17ten Bahn (Par 3)
Wenn man also den Schlag ins Grün hat, sollte man wirklich sehr genau hinsehen, wo die Fahne steht. Hier, wie auf jedem Championship-Platz auch, hilft Kenntnis der Grüns sehr.
Auch so bleibt einem eine Menge Arbeit. 

Das Greenfee für den 18 Loch Championship Course beträgt am Wochenende 85 €, in der Woche sind es 65 Euro. Und der Platz ist jeden Euro wert. Er bietet eine sehr schöne Vielfalt an Gestaltungen, ist immer eine Herausforderung und hat wirklich alles, was ein Golfer sich auf der Runde wünscht, inkl. weißer Abschläge, von denen der Part 72 mit 6.290 Meter eher fast noch kurz ist. Von Gelb spielt sich der Platz ebenfalls als Par 72 mit einer Länge von 5.900 Metern. Aber seid versichert, der Platz spielt sich gefühlt deutlich länger, denn Geländetopografie und Bahndesign zwingen den Spieler zu einem sehr genauen und durchdachten Spiel. Die falsche Länge kann hier schnell große Probleme bedeuten, der Second-Cut ist schwer, das Rough fast unspielbar. Und wenn ihr euch nicht sicher seid, wo der Ball liegt spielt einen provisorischen Ball hinter. Zwingend, denn allzuoft sind die Bälle in den kniehohen Roughs nicht zu finden.
Nachdem man die Trainingsanlage genutzt und sich warm gespielt hat, steht man am Tee der ersten Bahn und findet dort schon eine Herausforderung, denn in den Drivebereichen sind Bunker platziert. Kein leichter Einstieg, dieses Dogleg rechts und bergauf. Und so geht es an Bahn 2 weiter. Dort sind Bahnkenntnis und Genauigkeit zwingend notwendig, spielt man quasi blind über eine Kuppe in einen Fairwayknick. Und so setzt sich das Spiel fort. Jede Bahn eine Herausforderung, kaum Bahnen, die man entspannt einfach mal runter spielen kann, bis man schließlich am Abschlag der 18ten Bahn steht und sich fragt, wer bitte 445 Meter als Par 4 deklariert hat. 
Abschlag 18te Bahn, Par 4, 445 Meter
Kann man machen, weil das Grün mit einer Abkürzung zu erreichen ist, wenn man den zweiten, dann deutlich kürzeren Ball, über das Wasserhindernis vor dem Grün schlagen kann. Dazu muss der Drive natürlich entsprechend positioniert werden, denn sonst wird der zweite Schlag fast unspielbar. Auch weil das Grün quasi vom Fairway aus betrachtet komplett mit Wasser umgeben ist und der zweite Schlag durchaus noch 160-200 Meter lang sein kann. Aber so sind sie halt, die echten Championship Course. Immer eine echte Herausforderung.Bis zum Schluß.

Aktuell treibt man den Ausbau der Anlage voran und will demnächst dann 27 Loch Championship anbieten. Eine der Bahnen wird dabei ein 585 Meter langes Par 5 und generell trägt man bei den neuen 9 Bahnen den immer weiter schlagenden Spielern Rechnung und verlängert alle Bahnen, die allesamt in den Tannenwald am hinteren Platzende platziert wurden. 
Keine Rallypiste, sondern der Untergrund einer der neuen Bahnen
So eine Bau-Maßnahme wäre in Berlin gar nicht möglich, denn da wäre der Platz viel zu teuer und die Rodung des Baumbestandes wäre niemals genehmigt worden. Der Platz wird insgesamt dadurch also nicht leichter, sondern noch vielfältiger. Obwohl er so schon jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung der besonderen Art ist.
Die gesamte Anlage ist sehr gelungen, auch wenn der eine oder andere Longhitter es schaffen sollte, den Drive über den hinteren Zaun der Driving Range zu schlagen,. S gibt ausreichend und gute Trainingsmöglichkeiten auch für das kurze Spiel. UInd dazu noch einen 9 Loch Executive Course, der immer wieder als Ausweichmöglichkeit genutzt werden kann, wenn der Championship Course bespielt wird.
Der Ausbau ist im vollen Gange und die 9 neuen Bahnen sollten mit der nächsten Saison bereits bespielbar sein. Wer Zeit hat, kann uns sollte sich ruhig zwei, drei Tage für den Platz nehmen.  


Platz 2
Oceanico Victoria Course
Platz 2 belegt der wohl schönste Platz der Algarve, der Oceanico Victoria Golf Course den ich Ende März im Zuge einer Golfreise spielen durfte. ja, durfte. Ein herrlicher Platz auf dem die Profis der European Tour jedes Jahr Ende Oktober das PortugalMasters ausgespielen das am Ende Shane Lowry gewann. 
Der Platz, designt von Arnold Palmer, ist etwas ganz besonderes. 
Für mich, weil es der Platz ist, der mich von den Details her am meisten bisher beeindruckt hat. Die Liebe zum Detail und die Kenntnis des Sports machen den platz zu einer echten Augenweide. Ein so unglaublich liebevoll designter Platz (vor allem die zweiten 9 sind herausragend) ist immer beeindruckend. Und er bietet alles, wirklich alles, was ich mir von einem Championship-Course erwarte.
Landezone auf der 12, Par 5, wenn man mit dem 2ten nicht aufs Grün spielt
Das die 18te Bahn ein „Inselgrün“ hat, ist dabei nur eine Nebensache, denn es ist so viel Wasser im Spiel, so viel Gelände, so viel Herausforderung, so viel Optionen und Gefahren, dass es eine wahre Freude ist dort aufzuteen. Für Spieler meiner Handicap-Klasse ist der Platz gut aber sehr schwer zu spielen. Pros haben dort sicherlich mehr Freude, können sie doch mit ihren Längen ganz andere Landezonen anspielen und sich die Bälle ins Grün besser vorbereiten als Spieler wie ich.
Aber es ist wirklich, und das meine ich wirklich so, dass ich an kaum einen Platz (den ich bisher leider nur einmal spielen durfte)  so viele detaillierte Erinnerungen habe. Was übrigens das Zuschauern am TV (bei den Portugal Masters) noch interessanter machte.
Der Abschlag an der 10 (Wir sind dort gestartet) mit dem Blick auf das Wasser hinter dem Grün der 10, das auch an der 11, 12 und auch noch in Teilen an der 13 im Spiel ist. Sensationell. Und der Platz scheint dem Spieler ständig zu sagen: 
Probiere es, los, kürze ab… 
links das 18te Grün, Rechts das Tivoli Hotel
Wovon ich nur bedingt abraten kann, denn es ist auch genau das, was den Reiz des Platzes ausmacht. Versuche es. Immer und immer wieder. Auch wenn z.B. man an der 6 am Abschlag steht und quer über den Teich, ein Dogleg links spielen muss. Ist man zu weit links, landet man zwangsläufig im Wasser, ist man zu weit rechts drohen nicht nur Bunker, sondern auch gleich massive Längenverluste. Immer und überall sind diese Entscheidungen zu treffen. 
Dazu der Wind an der Algarve, der bei dem offenen Platz natürlich immer ein Faktor ist. Ich kann nur jedem raten, der an die Algarve zum Golfen fährt: 
Fahrt da hin und spielt den Victoria. Zwingend!
Am 14ten Grün. links Wasser, Steine. Und mein Ball. Im Hintergrund die 18te Bahn und das Hotel
Der Par 72 spielt sich von den Zahlen, von Gold (Pros) mit 6.609 Meter, für den Amateur mit 6.094 Metern und einem Slope von 128 eher leicht. Aber man darf nicht den Wind vergessen. Und die unfassbar schnellen und großen Grüns. Unglaublich. Tischtennisplatten sind nicht schneller. Dazu die Ondulierungen, die nicht unfair aber immer da sind,. Machen die Grüns zu einer wahren Freude. Wenn man an der richtigen Stelle liegt und den Touch dafür findet. Und sie sind Spurtreu. Immer.
Alles in allem ein fast perfekter Platz, der gefühlt immer schöner und anspruchsvoller wird. Und die letzten zwei Bahnen sind eigentlich perfekt. Fast, denn perfekt gibt es kaum. Und wenn, dann kommt meine persönliche Nummer 1 des jahres 2012 dem Ideal vom Perfekt sein schon sehr nahe


Platz 1
Green Eagle - Nord Course
6.672 Meter.
Und ich reden hier nicht über die Entfernung zwischen dem Süd-Course (der auch sehr schön sein soll) und dem ersten Tee auf dem Nord-Course. Und ich rede auch nicht über die Länge von Weiß für die Pros. Die haben mehr als 7.000 Meter vor sich. 
Wir reden über 6.672 Meter, die der durchschnittliche Spieler, also Amateur von Gelb spielen darf. 
Oder muss? 
Nein, soll. 
Und wird, wenn er auf dem Nord Course in Green Eagle in Winsen  aufteet. 
Wahnsinn. 
Wahnsinn, was man mit Geld und viel Liebe zum Sport alles machen kann. Der Green Eagle ist Wahnsinn. Ich hatte das Vergnügen und muss sagen, das die 42,50 Euro Greenfee (an einem Sonntag!) geschenkt waren. 
OK, man hat den Platz in 2012 mit 50% rabattiert, warum? 
Keine Ahnung.
Der Platz ist Wahnsinn. 
Und selbst die "normalen" 85 Euro Greenfee mit jedem Cent wert.
Ein quasi Links-Course mitten in der Lüneburger Heide. 
Umgeben von Wald. 
Hört sich komisch an, ist es auch, aber er ist halt so angelegt.
Wie es sich gehört, findet man auf dem Platz kaum Bäume, dafür aber Wasser. Viel Wasser und noch mehr Sand (leider sehr gewöhnungsbedürftiger Quarzsand in den Bunkern) und Fairways. Sehr, sehr lange Fairwys. Und alles in rauen Mengen. 
Bei 6.672 Meter. 
Dabei wirkt der Einstieg mit den ersten drei Bahnen relativ einfach. Ein Par 4 (90 Grad Dogleg links mit einem höher gelegtem, schwierigen Grün), dann ein Par 3 und die dritte Bahn mit dem Wasser rechts. 
Bahn 3 Fairway - Rechts hinten das Grün
Der Schlag ins Grün übers Wasser... Ich liebe ihn.
Alles sehr schön angelegt und designt. Aber halt auch ein stückweit normal. 
Aber je länger man spielt, desto länger wird der Platz. 
Man bekommt einfach keine Atempause. 
Man bekommt Meter. 
Mehr und mehr.   
Jede Bahn wird dabei zu einer neuen Herausforderung. 
Mal ist es die Länge, mal die schweren Grüns, oft auch die Kombination aus beidem, immer unterstützt durch Wasser und Sand.
Keine zwei Bahnen die sich (gefühlt) ähneln. Der Platz wurde halt am Reißbrett gezeichnet und geplant und dann nahezu perfekt umgesetzt. 
Dass die eine oder andere kleinere Baustelle noch zu beenden ist, ist durch den Greenfee-Nachlass mehr als abgedeckt. Das Wildschweine auf den Fairways unterwegs waren, ist ärgerlich für den Greenkepper, aber zum Glück waren die wohl golfkundig, haben sie doch immer Stellen ausgesucht, wo niemand - im Normalfall und freiwillig- hinschlägt. 
Und kein einziges Grün wurde von ihnen attackiert. 
Von mir leider auch nur zu selten in Regulation. 
Ich hatte extrem zu kämpfen, mit den Längen und den engen Fairways. 
Und dem Wind, denn an dem Tag als ich da war, hatte ich Dauergegenwind. 
Gefühlt. Aber wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung (und schlechte Golfer, die hier ihre schnell ihre Grenzen aufgezeigt bekommen…). 
Als der Wind weniger wurde, wurde es dann aber auch noch mal richtig mächtig. 
Die zweiten 9 sind 3.771 Meter lang. 
3.771 Meter. Von Gelb...
Es wird lang und länger. 
Dabei ist die 14te Bahn (Par 3) 205 Meter hat, die 15te dann 543 Meter (Par 5), die 16 sogar 606 Meter und die 18 dann auch nochmal 551 Meter von gelb aufzuweisen hat. 
Grün der 16 Bahn, Par 5 (606 Meter)
Lang, länger, Green Egale. 

Aber dennoch sehr sehr sehr sehr schön zu spielen. Die Grüns fand ich zu schwer für den normalen Golfer. Wenn die Fahne an einem Absatz steht und der Ball, wenn man das Loch verfehlt gefühlt einen Meter tiefer zum Liegen kommt, wird das Putten für Amateure echt schwer. Hast du die falsche Grünseite, hast du die Arschkarte. Deshalb ist es hier wirklich wichtiger die richtige Seite als das Grün zu treffen. Lieber links vom Grün, dafür aber auf dem richtigen Plateau als auf der falschen Seite und einen 40 Meter Putt samt Geländeondulationen wie auf der Achterbahn.
Aber der Platz ist dennoch immer und immer wieder Gänsehaut. Und sportlich empfand ich ihn als größte Herausforderung für mich. Und das lag nicht an dem dicken Kopf, denn ich am Morgen anfänglich noch nach dem 3-2 HSV Heimsieg gegen den BVB hatte, sondern ist das Ergebnis eines ausgefeilten und tollen Platzdesigns.
Das sich übrigens auf dem ganzen Gelände wiederfindet. Green Eagle ist eine wirklich tolle Anlage, da vor den Toren Hamburgs. Ich werde da wieder aufteen. 
Wenn ich darf.
Nächstes Mal aber besser gewappnet. 
Ohne Birdiebook und Pin-Positions gehe ich nämlich nicht noch mal auf den tollen Platz.
Hier dann meine persönlichen Lieblingsplätze 2012:
Platz Nr. 10 Stan Eby
Platz Nr. 9 GLC Köln
Platz Nr. 8 Märkische Golfclub
Platz Nr. 7 Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee
Platz Nr. 6 Golfclub Worpswede
Platz Nr. 5 MilleniumCourse
Platz Nr. 4 Arnold Palmer Platz
Platz Nr. 3 Golfclub Motzen
 
Außerdem hatte ich in 2012 noch das Vergnügen folgende 18 Lochplätze gespielt zu haben:
GC Kallin,  
Golf in Wall
den Oceanico Pinhall in Villamoura, 
ebenfalls Villamoura den Laguna Oceanico
Golfressort Semlin und den  
Golf Club SchlossMeisdorf im Harz 
Und dann natürlich mein Heimatplatz, der Berliner Golf Club Gatow.

Kommentare:

  1. Mit dabei wäre, wenn du ih gespielt hättest, der GC Hetzenhof Kurskombination Hohenstaufen- Rechberg

    AntwortenLöschen
  2. Das habe ich, trotz des festen Vorsatzes und eines guten Freundes da unten,dieses Jahr leider nicht geschafft. Und ich ahne, dass es nächstes Jahr auch eher nichts werden wird...

    AntwortenLöschen
  3. Nächste Jahr steht übrigens Mordor auf dem Plan.
    Mordor?
    Guckst Du hier...
    http://cdn4.spiegel.de/images/image-362777-galleryV9-wdgq.jpg
    Was für ein Platz.
    Und was für ein Desaster das werden wird. Für mich.
    ich freue mich schon sehr drauf..

    AntwortenLöschen